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Homo Sapiens
Weshalb starb der Neandertaler aus?
Der Neandertaler war nicht schwächer als der heutige Mensch, jedoch der großen Population des Homo Sapiens unterlegen.
Zu Beginn ging die Wissenschaft davon aus, dass der Neandertaler dem intelligenten und hochentwickelten modernen Menschen nicht gewachsen war, als dieser vor 40.000 in Europa erschien.
Archäologische Funde widerlegten diese Theorie jedoch: Auch Neandertaler stellten komplexe Geräte her, hatten kulturelle Rituale und konnten mit Feuer umgehen. Ihr Gehirn war sogar größer und auch physisch waren sie stärker als die Neuankömmlinge. Der Untergang des Neandertalers wurde damit zu einem wissenschaftlichen Rätsel.
Demografische Verteilung als Ursache
Zwei Archäologen von der Universität Cambridge bieten nun eine einfache Antwort auf die Frage, warum der Neandertaler ausgestorben ist: Grund sei die demografische Verteilung. Die neue Menschenart kam nämlich in viel größeren Mengen als die lokale Bevölkerung.
Die Wissenschaftler leiteten dies von der steigenden Anzahl bewohnter Plätze ab: In den Höhlen in der französischen Landschaft Périgord wurden mehr Gebrauchsgegenstände und Essensreste gefunden. Sie schlossen daraus, dass der moderne Mensch in kurzer Zeit eine mindestens zehnmal so große Population erlangte.
Der Neandertaler lebt weiter
Die Wissenschaftler vermuten außerdem, dass der moderne Mensch weitere Konkurrenzvorteile hatte: So waren zum Beispiel seine Jagdtechniken fortschrittlicher und die verschiedenen Gruppen pflegten mehr Kontakt untereinander - möglicherweise betrieben sie sogar Handel.
Der Neandertaler ist außerdem nicht vollständig ausgestorben: Anfang des Jahres erschien eine Studie in dem Fachjournal Molecular Biology and Evolution, welche die Vermischung der beiden Menschensorten belegte. Von dem X-Chromosom der meisten Menschen in Europa und Asien bestehen bis heute neun Prozent aus Neandertaler-DNA.
Dieser Artikel ist im Original erschienen auf Dnews.de
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