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Die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg
Wer waren Hitlers Soldaten?
Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Es ist eines der brisantesten Themen der deutschen Geschichte: Was hatte die Wehrmacht mit den Kriegsverbrechen der NS-Zeit zu tun? In Zusammenarbeit mit Historikern vom Münchner Institut für Zeitgeschichte stellt
P.M. HISTORY in einer fünfteiligen Serie neu erforschte Einzelschicksale von Armeeangehörigen vor. Teil 1: General Heinrici, ein Oberbefehlshaber an der Ostfront.
Tipp: Lesen Sie dazu auch unser Interview mit
Christian Hartmann, Leiter des Forschungsprojekts »Wehrmacht in der NS-Diktatur« am Institut für Zeitgeschichte in München >>
Eine kleine Bewegung des Zeigefingers nur – aber sie tötet einen Menschen, reißt Liebende auseinander und stürzt eine ganze Familie ins Unglück. Krieg ist kein Einzelereignis, das mit der Autonomie einer Naturkatastrophe einen nicht beeinflussbaren Lauf nimmt. Krieg ist die Summe von Abermillionen Entscheidungen und Handlungen. Selbst der unterste Soldat, der seinen Finger am Abzug eines Gewehrs krümmt, trägt verheerend dazu bei. Und jeder Einzelne, der anderen den Befehl dazu gibt, liefert damit seinen Beitrag zum Krieg.
Dennoch: Dass der Soldat eine moralisch komplizierte Figur ist, wissen wir spätestens seit den Wehrmachtsausstellungen. Als die erste 1995 bis 1999 unter dem Titel »Verbrechen der Wehrmacht« (Foto oben) durch die Städte zog, löste sie eine Lawine von Diskussionen aus. Dass auch Angehörige der Wehrmacht an Massenmorden und anderen Verbrechen gegen das Völkerrecht beteiligt waren, sollte nicht zu einer pauschalen Verurteilung von Soldaten als Verbrecher oder »Nazigeneral« führen. In der ersten Version der Ausstellung war keine Rede von der anderen Seite der Medaille – dass es beispielsweise unter den Soldaten auch mutige Befehlsverweigerer gegeben hatte. Manche Fotos zeigten, wie sich herausstellte, nicht deutsche Verbrechen, sondern sowjetische, ungarische, finnische oder kroatische. Nachdem mehrere Historiker darauf hingewiesen hatten, wurde die Wanderausstellung überarbeitet und ging 2001 bis 2004 wieder auf die Reise.
Was blieb, war ein erneutes Nachdenken über die Rolle der Wehrmacht im Allgemeinen und des Menschen an der Front im Besonderen: War ein deutscher General, der in Russland seine Truppen befehligte, automatisch ein Nazi? War er überhaupt ein politisch handelnder Mensch oder – wie viele Befehlshaber nach dem Krieg zu ihrer Verteidigung aussagten – ein rein militärischer Stratege?
P.M. HISTORY in einer fünfteiligen Serie neu erforschte Einzelschicksale von Armeeangehörigen vor. Teil 1: General Heinrici, ein Oberbefehlshaber an der Ostfront.
Tipp: Lesen Sie dazu auch unser Interview mit
Christian Hartmann, Leiter des Forschungsprojekts »Wehrmacht in der NS-Diktatur« am Institut für Zeitgeschichte in München >>
Eine kleine Bewegung des Zeigefingers nur – aber sie tötet einen Menschen, reißt Liebende auseinander und stürzt eine ganze Familie ins Unglück. Krieg ist kein Einzelereignis, das mit der Autonomie einer Naturkatastrophe einen nicht beeinflussbaren Lauf nimmt. Krieg ist die Summe von Abermillionen Entscheidungen und Handlungen. Selbst der unterste Soldat, der seinen Finger am Abzug eines Gewehrs krümmt, trägt verheerend dazu bei. Und jeder Einzelne, der anderen den Befehl dazu gibt, liefert damit seinen Beitrag zum Krieg.
Dennoch: Dass der Soldat eine moralisch komplizierte Figur ist, wissen wir spätestens seit den Wehrmachtsausstellungen. Als die erste 1995 bis 1999 unter dem Titel »Verbrechen der Wehrmacht« (Foto oben) durch die Städte zog, löste sie eine Lawine von Diskussionen aus. Dass auch Angehörige der Wehrmacht an Massenmorden und anderen Verbrechen gegen das Völkerrecht beteiligt waren, sollte nicht zu einer pauschalen Verurteilung von Soldaten als Verbrecher oder »Nazigeneral« führen. In der ersten Version der Ausstellung war keine Rede von der anderen Seite der Medaille – dass es beispielsweise unter den Soldaten auch mutige Befehlsverweigerer gegeben hatte. Manche Fotos zeigten, wie sich herausstellte, nicht deutsche Verbrechen, sondern sowjetische, ungarische, finnische oder kroatische. Nachdem mehrere Historiker darauf hingewiesen hatten, wurde die Wanderausstellung überarbeitet und ging 2001 bis 2004 wieder auf die Reise.
Was blieb, war ein erneutes Nachdenken über die Rolle der Wehrmacht im Allgemeinen und des Menschen an der Front im Besonderen: War ein deutscher General, der in Russland seine Truppen befehligte, automatisch ein Nazi? War er überhaupt ein politisch handelnder Mensch oder – wie viele Befehlshaber nach dem Krieg zu ihrer Verteidigung aussagten – ein rein militärischer Stratege?
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