Eine Theorie, die nicht praktisch im Leben Anwendung finden kann, ist wertlose Gedankenakrobatik.
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Geschichte & Politik
Wer waren die Suffragetten?
Am 19. Februar 1913 zündeten in Walton Hill militante englische Frauenrechtlerinnen eine Bombe am nagelneuen Landhaus des britischen Schatzkanzlers David Lloyd George. Sie wollten ihrer Forderung nach einem Wahlrecht für Frauen Nachdruck verleihen. Die Verantwortung übernahm die 55-jährige Rechts-anwaltswitwe und fünffache Mutter Emmeline Pankhurst. Zehn Jahre zuvor hatte sie mit ihrer Tochter Christabel in Manchester die »National Women’s Social and Political Union« gegründet. Die Frauen nannten sich Suffragetten nach dem lateinischen Wort suffragium (=Wahlrecht).
Emmeline Pankhurst wanderte für den Bombenanschlag hinter Gitter. Dort saßen zu der Zeit schon über 200 Frauen wegen anderer militanter Aktionen für das gleiche Ziel. Die Suffragetten hatten zeitweise 260000 Anhängerinnen. Sie veranstalteten öffentliche Hungerstreiks, ketteten sich an das Parlament, demonstrierten vor dem Buckingham-Palast. Insgesamt acht Mal wurde die streitbare Emmeline inhaftiert. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 vereinbarte sie mit der Regierung einen Waffenstillstand. Die Begründung: Es sei jetzt die patriotische Pflicht auch der Frauen, dafür zu sorgen, dass ihr Staat nicht durch eine labile Lage der inneren Sicherheit zusätzlich belastet würde.
1917 gründete Emmeline Pankhurst eine neue Partei, die »Women’s Party«, die feministische Pro-grammpunkte mit faschistischen wie »Rassereinheit« verband. Was sie dazu bewegt hatte, ist nicht bekannt. Ihre Autobiografie endet vorher. Die Suffragetten bildeten den radikalsten Teil der Frauenbewegung; sie waren Vorbild für Feministinnen auch in Deutschland und den USA. Die meisten westlichen Staaten gaben erst nach Ende des Ersten Weltkriegs den Forderungen nach aktivem und passivem Wahlrecht nach. In Deutschland wurde es den Frauen 1918 zugestanden, in den USA 1920. Emmeline Pankhursts Genossinnen in England erhielten das Wahlrecht 1928 – im Todesjahr ihrer Vorkämpferin.
























