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Kultur & Gesellschaft
Wer war der erste Weltstar des Films?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Mit einem Star von Weltrang kann man keinen Film in der Dachkammer drehen, das dürfte klar sein. Das war nämlich durchaus üblich vor 1912 – mitten im trockenen Gebälk drehte man mit Nitrofilm, einem Material, das sich quasi von selbst entzündet. Doch dann kam die Gelegenheit für eine echte Zeitenwende: Dem Filmunternehmen Bioscope war es gelungen, die knapp dreißigjährige Asta Nielsen für acht Filme zu verpflichten – ein Mega-Deal, galt die Dänin doch als Kassengarant. Also setzte man alles auf eine Karte und stampfte vor den Toren Berlins ein topmodernes Studio aus dem Boden: An der Stahnsdorfer Straße in Potsdam-Babelsberg entstand unter anderem ein 300-Quadratmeter-Glashaus, ganz nach den Vorstellungen von Regisseur Urban Gad. Gad war der Ehemann von Asta Nielsen und gleichzeitig ihr Regisseur, die beiden gab es jahrelang ausschließlich im Doppelpack. Am 12. Februar war es so weit: In Babelsberg fiel die erste Klappe für "Totentanz".
Der Streifen, ein düsteres Ehebruchsdrama mit tragischem Ausgang, war der Nielsen auf den Leib geschrieben – nicht zum ersten, auch nicht zum letzten Mal brillierte sie als aufregende Verführerin zwischen zwei Männern. Eine saftige Portion "Sex & Crime" sorgte allerdings für ein Jugendverbot des Films. Wie auch immer - die Kassen klingelten, und die junge Dänin mit dem dramatischen Augenaufschlag und der eindrucksvollen Körpersprache war bald mehr als nur der erste Kinostar der Filmgeschichte – sie wurde zur Ikone. Mit der Erfindung des Tonfilms fand ihre Karriere allerdings ein abruptes Ende: Sie ist und bleibt die "schweigende Muse", wie sie sich selbst in ihrer Autobiografie nennt. Für die Filmstudios dagegen war die große Zeit längst noch nicht vorbei. Nach einer wechselvollen Geschichte spielt Babelsberg heute wieder in der allerersten Liga, mit 16 Studios auf einer Fläche von 25000 Quadratmetern.
P.M. Fragen & Antworten 02/2012























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