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Geschichte & Politik

Wer sitzt in einem Schattenkabinett?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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iStockphoto

Zu jedem Kabinett (Kanzler oder Kanzlerin, Minister und Ministerinnen) gehören Schattenkabinette – bestehend aus den Frauen und Männern, mit denen die Oppositionsparteien ihre Regierung bilden würden, falls sie an die Macht käme.

Meist wird das jeweilige Schattenkabinett der Öffentlichkeit während eines Wahlkampfes vorgestellt. Dadurch sollen die geplanten Akzente der zukünftigen Politik in die Öffentlichkeit transportiert und der Wahlkampf um personelle Elemente erweitert werden.

Doch die Aufstellung eines Schattenkabinetts ist politisch nicht ohne Risiko. Denn in der Regel werden dafür prominente Oppositionspolitiker aufgeboten, zum Beispiel amtierende Ministerpräsidenten. Deren Reputation auf Landesebene könnte bei einer Wahlniederlage wegen ihrer Nominierung ins Schattenkabinett empfindlich Schaden nehmen.

Hinzu kommt, dass vor der Wahl nicht wirklich vorhersehbar ist, ob und mit welcher Partei später koaliert werden muss – das im Vorfeld bekannt gegebene Schattenkabinett kann sich also als nicht tragbar erweisen.

In den letzten Jahren haben verschiedene deutsche Spitzenpolitiker, so auch Angela Merkel vor der Bundestagswahl 2005, deshalb davon Abstand genommen, eine komplette Regierungsmannschaft in Form eines Schattenkabinetts bekannt zu geben. Dagegen sprachen die Unionsparteien lieber von einem Kompetenzteam, und die Grünen ihrerseits stellten ein „Spitzenteam“ vor.

Bei beiden Parteien sollten deren Mitglieder nicht in jedem Fall tatsächlich Minister werden, sondern dem Spitzenkandidaten erstmal nur als kompetente Experten zur Seite stehen.

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