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Kultur & Gesellschaft

Wer schlägt die Kandidaten für den Nobel-Preis vor?

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Es gibt höher dotierte Auszeichnungen. Zum Beispiel den Preis der Alexander von Humboldt-Stiftung, der mit 2,3 Millionen Euro ausgestattet ist. Aber keiner hat mehr internationales Prestige als der Nobelpreis, dessen neue Träger im Oktober verkündet werden und der seit 1901 alljährlich am Todestag seines Stifters, des Dynamit-Erfinders und Unternehmers Alfred Nobel (1833–1896), am

10. Dezember in Stockholm verliehen wird. Wer auf den Gebieten Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin, Literatur und Wirtschaft ausgezeichnet wird, erlangt innerhalb eines Tages Weltberühmtheit. Die Verleihung des Friedensnobelpreises macht den Erwählten gar zum Helden.

Die Statuten legen den Personenkreis fest, der die Kandidaten vorschlagen darf: frühere Nobelpreisträger und Mitglieder der jeweiligen Nobelkomitees, Professoren ausgewählter Universitäten, Schriftstellerverbände. Für den Friedensnobelpreis kommen die Nominierungen von Parlamentariern und Regierungsmitgliedern.

Bis zum 1. Februar müssen die Vorschläge abgegeben sein. Die fünf Mitglieder jedes Komitees sichten sie und suchen weitere Fachleute, die um eine detaillierte Begutachtung gebeten werden. Den Gutachten folgen Gegengutachten, dicke Dossiers werden erstellt. Das ist der mühsamste Schritt des Auswahlverfahrens und liefert die Erklärung für das hohe Renommee des Preises: Die klügsten Köpfe des jeweiligen Fachgebietes sind an der Entscheidung beteiligt. Die Experten erstellen ihre Gutachten in der Gewissheit, dass sie 50 Jahre lang geheim bleiben. Auf dieser Basis fällen die Mitglieder des Stockholmer Karolinska Instituts (für Physiologie oder Medizin), der Schwedischen Akademie (für Literatur) und der Schwedischen Akademie der Wissenschaften (für Physik, Chemie und Wirtschaft) dann die endgültige Entscheidung.

Beim Friedensnobelpreis liegt die Wahl in den Händen von fünf ziemlich unbekannten Norwegern. Es sind dies zurzeit eine Rentnerin, der Direktor des norwegischen Ölinstituts, der Bischof von Oslo, eine Denkmalschützerin und eine Politikberaterin. Die Preisträger bekommen eine Urkunde, eine Goldmedaille und etwa eine Million Euro aus den Zinsen und Aktienspekulationen der Nobel-Stiftung, deren Vermögen 400 Millionen Euro beträgt. In Deutschland ist das Preisgeld noch steuerfrei, in den USA greift das Finanzamt zu.

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