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Geschichte & Politik

Wer kleidete die heilige Katharina ein?

Wer kleidete die heilige Katharina ein?Wer kleidete die heilige Katharina ein?
iStockphoto

Als das »Jüngste Gericht« des Malers und Bildhauers Michelangelo Buonarroti (1475–1564) an der Rückwand der berühmten Sixtinischen Kapelle am 1. November 1541 in Rom enthüllt wurde, erregte das Bild großes Aufsehen. Die Malerei zeigte menschliche Körper, die in einem unendlich wirkenden, ohne Architektur definierten Raum schweben und sich um einen jugendlichen Christus gruppieren. Michel-angelo brachte dabei auch das neue Körperbewusstsein der Renaissance zum Ausdruck, indem er die etwa 300 Figuren nackt zeigte; darunter auch die heilige Katharina, dargestellt mit einem Rad, auf das sie geflochten wurde. Das rief jedoch nicht nur Bewunderung hervor. Papst Paul IV. (1555–1559) nannte das Werk ein »Treibhaus der Nackten« und ordnete an, das Bild zu übermalen. Dazu kam es Gott sei Dank nicht. Das Konzil von Trient beschloss am 21. Januar 1564, es genüge, die Nackten anständig anzuziehen. Den Auftrag dafür erhielt Daniele da Volterra (ca. 1509–1566), ein Schüler Michel-angelos, seitdem heißt er in der Kunstgeschichte auch »Brachettone« (italienisch = Höschenmaler). Sein Eingriff war der erste in einer Reihe von »Korrekturen« des Meisterwerks; seit 1993 ist es, nach umfangreichen Restaurierungen, die nicht alle nachträglichen Übermalungen entfernten, in neuem Glanz zu sehen.

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