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Geschichte & Politik

Wer ist der berühmteste Gastwirt Tirols?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Wer ist der berühmteste Gastwirt Tirols?Wer ist der berühmteste Gastwirt Tirols?
iStockphoto

»Männer, es ist Zeit!« – mit diesen Worten zettelte ein einfacher Tiroler Bergwirt vor genau 200 Jahren einen unerbittlichen Widerstand gegen den großen Napoleon an.

Der französische Kaiser hatte damals weite Teile Europas eingenommen. 1805 war Tirol, gemeinsam mit anderen österreichischen Gebieten, an Bayern gefallen, das mit Paris gemeinsame Sache machte. Von da an wehte im „Heiligen Land Tirol“ (das unter den Franzosen übrigens „Südbayern“ hieß) ein aufgeklärter Wind: Priester wurden entlassen, Klöster aufgelöst, Wallfahrten und Prozessionen verboten. Sogar das Rosenkranzbeten in der Kirche war tabu. Das wollten sich die konservativen Tiroler, allen voran der „Sandwirt“ Andreas Hofer, nicht bieten lassen.

Schon früh hatte der 1767 im Passeiertal geborene Hofer gelernt, sich durchs Leben zu kämpfen. Seine Mutter war gestorben, als er drei Jahre alt war, sein Vater vier Jahre später. Er verdingte sich als Pferde- und Weinhändler, übernahm das elterliche Gasthaus und heiratete seine Frau Anna, mit der er sieben Kinder hatte. Schon mit 23 Jahren wurde er zum Abgeordneten gewählt und vertrat seine Heimat im Innsbrucker Landtag.

1809 zogen er und seine Landsleute in die Schlacht gegen die bayerisch-französische Besatzung, anfangs nur mit Mistgabeln und Dreschflegeln. Viermal – im April, Mai, August und November 1809 – kämpften sie am Berg Isel bei Innsbruck gegen übermächtige Gegner. Sie befreiten die Stadt und vertrieben die Bayern und Franzosen aus Tirol.

Selbst als Österreich mit Frankreich Frieden schließen musste, ließen sie nicht locker. In der vierten Berg-Isel-Schlacht, am 1. November 1809, wurden Hofer und seine Männer aber geschlagen. Hofer floh auf eine Alm, sein Versteck wurde verraten. Im Januar 1810 wurde er verhaftet, am 20. Februar in Mantua erschossen. Heute ist er Südtirols Nationalheld. „Ihr könnt ja noch nicht mal richtig schießen“, sollen seine letzten Worte gewesen sein.

Zum 200-jährigen Jubiläum der Tiroler Freiheitskämpfe:
„Labyrinth : Freiheit“. Landesausstellung 2009, Franzensfeste Südtirol

 

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