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Trend & Style
Wer hat die schicksten Uniformen?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Ansehen und Moral der russischen Armee könnten kaum schlechter sein. Die einstige Rote Armee gilt als Tummelplatz altgedienter Schläger, die jedes Jahr hunderte Rekruten totprügeln oder in den Selbstmord treiben.
Um das miese Image aufzupolieren, hat der Kreml seinen Kämpfern Anfang des Jahres neue Uniformen spendiert, die derzeit zweifellos als die schicksten der Welt angesehen werden müssen. Russlands bekanntester Modedesigner Valentin Yudashkin hat sie entworfen. Der Künstler, den die russische Upperclass für seine glamourösen Outfits wie ein Genie verehrt, hat sich bei seiner schweren Aufgabe an den Soldatentrachten des Zarenreiches orientiert. Heraus kamen dabei operettenhaft anmutende Ausgehuniformen, die mit allerlei Stickereien, Goldknöpfen und Troddelbändern daherkommen.
Die russische Armee war modetechnisch nicht immer so begünstigt. Noch im 18. Jahrhundert ließ es sich Zar Paul (1754 – 1801) in seiner kindlichen Bewunderung für Friedrich den Großen nicht nehmen, seinen Soldaten altbackene Uniformen aus preußischen Militärhandbüchern zu verpassen. Als besonderes Accessoire mussten Pauls Männer neben gepuderten Perücken Stahlplatten an den Knien zu tragen, was in seinen Augen dem zackigen Stechschritt zugutekam.
Bevor wir über solche Auswüchse den Kopf schütteln, lohnt der Blick in die eigene Geschichte: Der deutsche Kaiser Wilhelm II. (1859 – 1941) erging sich in einem ungezügeltenUniformenfetischismus, der seinen Offizieren in den ersten Jahren seiner Dienstzeit 37-mal neue Uniformen einbrachte. In seinen eigenen Schränken hatte der Kaiser mehr als vierhundert Uniformen gehortet, um auch beim zwanglosen Beisammensein mit seiner Familie angemessen gekleidet zu sein. Ein anderes Kleidungsstück erregte im kaiserlichen Auge derweil nichts als Verachtung: Wie sein Großvater Wilhelm I. hielt er seidene Morgenröcke für ein modisches Kapitalverbrechen.

























