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Das Geheimnis der Gipsleichen

Wenn die Toten zu uns sprechen

Dieser Artikel stammt aus P.M. Perspektive
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Viele Bewohner Pompejis hatten beim Ausbruch keine Chance, ihr Leben zu retten. Sie fanden in Schichten aus erstarrter Vulkanasche ein steinernes Grab. Seit dem 19. Jahrhundert werden sie wiederentdeckt – und auf ungewöhnliche Weise konserviert. So bleiben einzigartige Momentaufnahmen einer menschlichen Tragödie erhalten.

Vielleicht war es doch keine so gute Idee gewesen, in der Stadt zu bleiben. Die Nachbarn waren bereits gestern, am Abend des 24. August geflohen, hatten Pferde und Maulesel mit den nötigsten Habseligkeiten bepackt und sich dem großen Menschenstrom angeschlossen, der durch die Stadttore hinaus in das Umland drängte. Zur nahen Küste, um mit einem Schiff zu fliehen. Oder aber nach Osten, wo sich die vom Vesuv herüberwehende Wolke hoffentlich abschwächen würde. Wo keine Asche vom Himmel rieselte und keine Gesteinsbröckchen aus erkalteter Vulkanlava zu Boden prasselten.

In Pompeji dagegen schien der Weltuntergang angebrochen. Dennoch hatten sich etwa 2000 Einwohner dazu entschlossen, in ihren Häusern und Geschäften auszuharren. Manche, weil sie einen Verwandten zu pflegen hatten, der nicht mehr reisefähig war. Andere mochten ihr mühsam aufgebautes Eigentum nicht etwaigen Plünderern überlassen. Aber innerhalb weniger Stunden war die Lage immer dramatischer geworden. Hausdächer brachen unter der Last der anwachsenden Geröllschichten zusammen und begruben die Bewohner unter sich, einknickende Mauern und Säulen erschlugen Menschen, die verängstigt und hilflos durch die Straßen irrten.
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