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Natur & Reise
Welches sind die ältesten Bäume der Welt?
Der älteste deutsche Baum steht im Ivenacker Tiergarten bei Stavenhagen (Mecklenburg-Vorpommern). Es ist eine Eiche, Wissenschaftler schätzen ihr Alter auf 1200 bis 1500 Jahre. Und trotzdem: Sie ist ein Twen im Vergleich mit den Methusalems unter den lebenden Bäumen. Die ältesten der Welt sind die Grannenkiefern mit dem botanischen Namen Pinus aristata longaeva (= die langlebige, hochbejahrte). Sie wachsen seit Jahrtausenden in den White Mountains östlich der kalifornischen Sierra Nevada.
Bis 1954 galten die Mammutbäume im westlichen Nordamerika, die bis zu 135 Meter hoch werden, mit 3000 bis 4000 Jahren als die ältesten Bäume der Welt. Dann entdeckte Edmund Schulmann von der Universität Tucson (Arizona) auf dem blendend weißen Dolomit-Kalk von Kaliforniens weißen Bergen, dass die Grannenkiefern dort noch älter sind. Bei mindestens 17 der Veteranen, nur zwölf bis 20 Meter hoch, ist ein Alter von über 4000 Jahren nachgewiesen, der älteste ist etwa 4600 bis 4700 Jahre alt. 1964 bekam ein Student vom zuständigen Forest Service sogar die Erlaubnis, einen solchen noch lebenden Baum zu fällen. Es wurden 4844 Jahresringe gezählt.
Das hohe Alter erklären die Forscher unter anderem mit den Lebensbedingungen der Bäume an ihrem Standort in 3000 bis 3400 Meter Höhe. Nur drei Monate Wachstumsphase gibt es hier – und neun Monate Ruhepause. In vielen Jahren gibt es nur 200 Millimeter Niederschlag, und der fällt als Schnee. In diesem extrem trockenen Hochgebirgsklima haben Holz zersetzende Pilze keine Chance. Zudem ist die Langlebigkeit erblich bedingt. Mit 50 Jahren ist eine Grannenkiefer noch immer ein Schössling, mit 500 ein junger Baum. Pinus aristata longaeva gilt als das älteste Lebewesen der Erde.
Konkurrenz kommt höchstens vom Huon Pine Kiefernwald im australischen Tasmanien. Zwar sind die Bäume dort mit etwa 2000 Jahren nicht einmal halb so alt wie die Vewandten in den White Mountains, aber sie kommen alle aus einem Wurzelgeflecht. Nach Untersuchungen an abgestorbenen Teilen muss es über 10500 Jahre alt sein. Alle Bäume haben dasselbe Genom, sie sind quasi Teile einer einzigen Pflanze. Der Baum vermehrt sich, sobald Äste den Boden berühren und Wurzeln schlagen.
























