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Kultur & Gesellschaft
Welches sind die »Sieben Neuen Todsünden«?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Mahatma Ghandis Gedanken über die Gefahren des Kapitalismus hatten prophetische Qualität.
Zuerst mal: Was sind überhaupt die »alten« Todsünden? Der Begriff bezeichnet sieben schlechte Eigenschaften, die uns zu schweren Sünden verleiten können. Beschrieben wurden die sieben Übeltäter erstmals im vierten Jahrhundert, von einem Mönch namens Evagrius Ponticus. Seitdem haben viele Theologen an der Liste herumgefeilt, doch geblieben sind nach katholischem Verständnis diese »bösen Sieben«: Superbia (Hochmut, Eitelkeit, Überheblichkeit); Avaritia (Geiz, Habgier); Invidia (Neid, Eifersucht), Ira (Wut, Rachsucht); Luxuria (Genusssucht, sexuelle Gier); Gula (Maßlosigkeit, Gefräßigkeit); Acedia (Trägheit, Gleichgültigkeit).
Aber warum heißen sie Todsünden? Weil sie zu Sünden führen können, die – nicht gebeichtet und nicht bereut – die ewige Verdammnis in der Hölle (»den Tod nach dem Tod«) nach sich ziehen. Neue Todsünden gibt es in der christlichen Theologie nicht, aber eine differenzierte Neubetrachtung durch Mahatma Gandhi (1869–1948).
Der indische Freiheitskämpfer war ein guter Kenner der Bibel. Und dazu ein exzellenter Beobachter der (Fehl-)Entwicklungen in der modernen Welt. Er stellte eine Liste von Übeln zusammen, die häufig als die »Sieben Neuen Todsünden« bezeichnet werden. Seine Gedanken zu den Gefahren für die menschliche Gesellschaft hatten prophetische Qualität. Den neuen Turbo-Kapitalismus (Reichtum ohne Arbeit) sah er ebenso voraus wie die Gefahren einer Politik, die einzig nach der Wählergunst schielt oder die verbrecherischen Machenschaften von Unternehmern im Namen des großen Geldes (siehe »Gammelfleischskandale«).
Auch eine reiche Elite, die verschwenderisch genießt, ohne sich Gedanken zu machen über den Rest der Welt, war ihm, der in großer Bescheidenheit lebte, extrem zuwider (Genuss ohne Gewissen). Gedanken machte sich der fromme Hindu natürlich auch über die Religiosität in der modernen Welt. Zu den neuen »Todsünden« zählt er den Glauben, der es sich einfach macht – ohne spirituelle Disziplin und ohne die Bereitschaft für Gott einzustehen.
Die »Sieben Neuen Todsünden«?
1. Reichtum ohne Arbeit
2. Genuss ohne Gewissen
3. Wissen ohne Charakter
4. Geschäft ohne Moral
5. Wissenschaft ohne Menschlichkeit
6. Religion ohne Opferbereitschaft
7. Politik ohne Prinzipen

























