Eine Theorie, die nicht praktisch im Leben Anwendung finden kann, ist wertlose Gedankenakrobatik.
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Kultur & Gesellschaft
Welches ist das größte Segelschiff der Welt?
Der Traum vom Segeln kann viele Formen haben: einmal eine Yacht chartern, einmal den Atlantik überqueren, einmal die Welt umsegeln. Für den Schweden Mikael Krafft war es »ein Jugendtraum«, den Mythos der
legendären Großsegler neu zu beleben. Zwei Viermaster besaß der Reeder schon, als er am 28. Juli 2000 seine Vision vollendet sah: Königin Silvia von Schweden taufte in Monte Carlo das Prunkstück der Flotte Kraffts, den einzigen Fünfmaster und das größte Segelschiff der Welt, die »Royal Clipper«. 134 Meter lang und gebaut nach alten Konstruktionszeichnungen der legendären »Preussen«, die im Linienverkehr zwischen Chile und Hamburg kreuzte und am 6. November 1910 nach der Kollision mit einem Postschiff auf den Klippen Dovers strandete.
Mitte der 90er Jahre entdeckt Mikael Krafft in Danzig einen verrosteten Schiffsrumpf und kauft ihn an. Aus dem traurigen Koloss wurde sein ehrgeizigstes Projekt: 55 Millionen Dollar investierte der Reeder, um den neuen Segel-Giganten zu bauen, zunächst in Danzig, später in Rotterdam. 300 Arbeiter aus 15 Nationen sind allein in Holland 18 Monate damit beschäftigt. Sie richten fünf bis zu 54 Meter hohe Masten auf und rollen 5200 Quadratmeter Segel in die Rahen. Sie bauen Stabilisierungstanks ein, damit sich die »Royal Clipper« auch unter vol-len Segeln nicht um mehr als fünf Grad auf die Seite legt. 90 Doppelkabinen, 14 Luxus-Suiten und zwei Eigner-Suiten werden eingerichtet – edelholzgetäfelte Refugien mit modernstem Wellness-Standard und eigenem Terrassendeck. Das Bordrestaurant über drei Etagen erinnert in seiner inszenierten Weitläufigkeit mit Treppen, Säulen und Trompe-l’oeil-Malerei an alte Dampfer-Herrlichkeit. Bullaugen in der »Captain Nemo’s Lounge« vermitteln Einblicke in die Unterwasserwelt. Ab 1380 Euro (Frühbuchertarif) kann jeder Segelbegeisterte am Traum des Reeders teilhaben. So viel kostet eine einwöchige Kreuzfahrt durchs westliche Mittelmeer in der Doppelkabine. 4450 Euro sind für die Eigner-Suite fällig. Von den 100 Crewmitgliedern kümmern sich 80 nur um das Wohl der 228 Passagiere.
Einer der bekanntesten Riesensegler ist der Viermaster »Phocea« (75 Meter lang, 1565 Quadratmeter Segelfläche) der Libanesin Mouna Ayoub. Neuerdings vermietet die Jetset-Milliardärin ihre Yacht auch: für 210000 Dollar die Woche.
























