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Natur & Reise
Welche Vogelnester kann man essen?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Von den Speisekarten europäischer China-Restaurants ist sie weitgehend verschwunden, in China selbst wird sie nach wie vor zu horrenden Preisen feilgeboten: Schwalbennester-Suppe zählt zu den teuersten Delikatessen der traditionellen chinesischen Küche.
Die deutsche Bezeichnung ist aber nicht korrekt. Denn was da zu Brühe verarbeitet wird, stammt nicht von Schwalben, sondern von Salanganen-Vögeln, die Schwalben zwar ähnlich sehen, aber zur Familie der Segler gehören. Die Weißnest-Salanganen bauen ihre hellen, glasartigen Nester ausschließlich mit Speichel; Schwarznest-Salanganen benutzen für den Nestbau auch Federn und Gras, was ihren Nestern die schwarze Färbung beschert.
Ob schwarz oder weiß: Beide Arten werden gerne gegessen und auf nicht ungefährliche Weise „geerntet". Über oft an die hundert Meter hohe Leitern klettern die Sammler (vor allem im Monat März) die Felswände bis zu den Nistplätzen der kleinen Vögel hoch. Was in China in die Suppenschalen kommt, wird aus Indien, Thailand und Indonesien importiert, im Reich der Mitte selbst machen sich die Salanganen extrem rar.
In manchen Jahren erreicht der Preis für eine Unze des begehrten Rohstoffs fast den Goldpreis, und das obwohl die gelatineartige Suppe nur mit dem Zusatz von Hühner- oder Kalbfleisch schmackhaft wird. Doch ihre große Popularität verdankt sie ihrer angeblich potenzstärkenden Wirkung. Die systematische Zerstörung der
Nester im Dienst der menschlichen Potenz fordert inzwischen ihren Preis: Der Fortbestand der Salanganen ist stark gefährdet – was die Suppe für Tier- und Naturschützer einfach ungenießbar macht.

























