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Welche Sprache sprechen Pflanzen?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Die gut 80 Zentimeter hohen Weißen Schlauchpflanzen »sprechen« auf chemischem Wege mit Insekten – und locken sie so als Nahrung in ihre Fangschläuche.
Pflanzen empfinden Todesangst und erkennen Pflanzen-Peiniger wieder: Mit dieser Aussage machte Cleve Backster 1968 Schlagzeilen. Der Ex-CIA-Mitarbeiter befestigte Elektroden eines Lügendetektors an seiner Zimmerpflanze. Wenn er diese mit Flammen bedrohte oder eine andere Pflanze im selben Raum zerstörte, konnte er starke Erregungszustände messen.
Manche Hobbygärtner schwören schon lange darauf, dass Pflanzen durch Zuspruch besser wachsen, und sogar Biologen geben zu, dass Pflanzen mehr wahrnehmen, als man ihnen zutraut. Aber versteht der Kaktus auf dem Fensterbrett wirklich, was wir zu ihm sagen? Spricht er gar zu uns?
Dass Pflanzen auf äußere Reize reagieren, ist bekannt: Bei Berührung schnappen die Fangkörbe der Venusfliegenfalle zu, die Mimose faltet ihre Blätter ein. Auch richten sich Pflanzen nach Sonne und Erdanziehung aus – offensichtlich nehmen sie ihr Umfeld wahr. Intelligentes oder gar Sprache verstehendes Grünzeug halten viele Forscher dagegen für Unsinn. Zwar ist das Grundprinzip einer Gehirnzelle auch bei Pflanzen verwirklicht - wie Menschen und Tiere übertragen sie durch chemische Botenstoffe Informationen zwischen den Zellen –, aber bei den Pflanzen fehlt das Gehirn, um diese Informationen zu verarbeiten. Es ist folglich unwahrscheinlich, dass der Kaktus uns versteht – er hat ja nicht einmal Ohren.
Durchaus möglich ist allerdings, dass er uns »riechen« kann: Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena haben herausgefunden, dass Wilder Tabak Duftstoffe wahrnimmt, die von einer verwundeten Pflanze freigesetzt werden – sogenannte VOCs: flüchtige organische Verbindungen. Der Tabak erfährt so von einem Angriff auf die Nachbarpflanze und kann dann schneller, als es ohne Vorwarnung der Fall wäre, giftiges Nikotin in seinen Blättern anreichern. Die Maispflanze lockt mithilfe von VOCs sogar die Fraßfeinde ihrer Schädlinge an. Pflanzen kommunizieren also – allerdings eher per Duftsprache und nicht per Lautsprache.
Cleve Backsters Ergebnisse konnten jedenfalls von anderen Forschern nicht bestätigt werden. Dennoch werden Menschen, die mit ihrem Gummibaum reden, vielleicht zu Unrecht belächelt – wer weiß, ob sie nicht über verborgene chemische Kanäle mit ihren Lieblingen kommunizieren.

























