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Kultur & Gesellschaft

Welche sind die gefährlichsten Websites?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Welche sind die gefährlichsten Websites?Welche sind die gefährlichsten Websites?
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Mit Onlinekriminalität wird weltweit mehr Geld verdient als mit Drogenhandel oder Prostitution. Wir sagen Ihnen, welche Websites Sie besser meiden sollten – und was gegen Angriffe aus dem Netz wirklich hilft.

Sie werden immer geschickter und immer skrupelloser: Internetverbrecher bauen systematisch ihr kriminelles Geschäft aus – und nutzen dabei ähnliche Strukturen wie das organisierte Verbrechen. Sie ködern ahnungslose User mit Gratismusik, Pornobildern, Rezepten oder angeblichen Antivirenprogrammen. Doch hinter den vermeintlich kostenlosen Internetseiten lauern Trojaner, fiese Viren und Spionagesoftware, die Kreditkartennummern ausspähen. Scheinbar „seriöse“ Seiten bieten Software gratis oder zu einem stark verbilligten Preis an. Oft entpuppt sich das „Schnäppchen“ im Nachhinein als Raubkopie, mit deren Download man sogar eine Straftat begeht.

Natürlich stellen die Betreiber dieser Seiten die Kopien nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit zur Verfügung. In erster Linie haben sie es auf die Kreditkartennummern abgesehen, mit denen sie dann weltweit über das Internet einkaufen können: einen Nerz aus den USA, teures Computerzubehör aus Hongkong – mit den ergaunerten Daten entstehen schnell Rechnungen, die in die Tausende gehen. Auch ein beliebter Trick der Onlinemafia: Abo-Fallen. Hier bieten die Betreiber Routenplaner, Rezepte, Gehaltsrechner oder ähnliches an. Bei Nutzung wird ein Abo aktiviert, das dann schmerzhaft ins Geld geht. Ruck, zuck! Und schon ist der entsprechende Vertrag aktiviert, der monatlich bezahlt werden muss und aus dem man schlecht wieder rauskommt.

Vorsicht sollten Sie vor allen Dingen bei folgenden Seiten walten lassen, die von Fachmagazinen als gefährlich eingestuft werden: www.hqticket.com bietet Gratismusik und -spiele und wirbt zudem mit kostenlosen Filmen. Aber um einen Zugang zu dieser Site zu bekommen, braucht man ein Extraprogramm, das gleich mitangeboten wird. Nur : Das ist mit Viren verseucht, die den eigenen Computer kontaminieren. Eine andere Masche nutzt www.pokerfinds.com. Hier kann beim Pokern um Geld gezockt werden, versprochen werden hohe Gewinne. Aber: Bei dieser Seite heult nicht nur das Antivirenprogramm auf! Sie forscht auch Sicherheitslücken in Ihrem Internet-Zugriffsprogramm, dem Browser, aus. Mit der gefundenen Lücke lassen sich Viren platzieren und Passwörter stehlen.

Mit Trojanern verseucht ist diese Seite: www.easycracks.net – eine Suchmaschine für Hacker-Software, die geschützte Programme freischalten kann. Programm-Testversionen erscheinen zunächst als praktische Alternative zum Kauf: Erst einmal testen und dann kaufen. Allerdings werden hierfür Seriennummern benötigt. Auf www.keygen.name sollen diese zum Download bereitstehen – von der Trojaner-Software, die gleich „mitgeliefert“ wird, steht natürlich nichts auf der Website.

Viele Links zu zweifelhaften Programmen bietet auch www.astalavista.box.sk. Kurioserweise preisen die Betreiber der Adresse www.spystriker.com ein vermeintliches Anti-Spionage-Programm an. Dabei ist das Programm selbst unseriös: Es erfindet Schädlinge und animiert den User, der glaubt sich gegen diese schützen zu müssen, zum Kauf der Vollversion. Diese bietet aber keinen ausreichenden Schutz gegen virtuelle Plagegeister.
Mit Nacktvideos von Prominenten wie Angelina Joli, Scarlett Johansson oder Demi Moore wirbt die Website www.fevertube.com. Um sich die Videos anschauen zu können, benötigt man allerdings ein spezielles Videoprogramm. Lädt man es herunter, holt man sich damit auch den Virus auf die Festplatte. Ein Beispiel für eine Abo- und Abzock-Seite ist www.kochrezepte-download.de. Wer dort an der falschen Stelle klickt und seine Daten eingibt, schließt damit gleich einen Vertrag ab. Dann stehen nicht nur hohe Rechnungen ins Haus, sondern bei Zahlungsweigerung auch freche Mahnschreiben.

Wer steckt hinter Viren, Trojanern und Co?

Hacker und Cracker – also Personen, die Zugangsbarrieren von Netzwerken und PCs umgehen und Computerfreaks. Die Motive reichen von wissenschaftlicher Neugier über politische Ambitionen, Geltungsdrang bis hin zum Vandalismus. Es ist ein kurioses Wettrennen zwischen Virenschreibern und Virenbekämpfern: Die einen entwickeln immer neue Viren, um an sensible Daten ranzukommen, die dann entweder weiterverkauft oder missbraucht werden.

Die anderen schaffen immer neue Gegensoftware, um die Daten sicherer zu machen. Von dem absurden Räuber-und-Gendarm-Spiel lebt bei schätzungsweise acht Millionen Virenarten eine ganze Branche. Und die unüberschaubare Zahl von Schädlingen findet ständig neue Betätigungsfelder: Inzwischen befallen sie auch MP3-Player oder Handys. Über Bluetooth oder MMS verbreiten sie sich weiter, vernichten Daten oder senden selbstständig teure MMS. Wenn der Handyakku verdächtig schnell leer wird oder die Handyrechnung in schwindelerregende Höhen klettert, sollten die Alarmglocken schrillen.

Virenschreiben ist heute nicht mehr besonders kompliziert und gilt als Kavaliersdelikt. Dutzende Bausätze zum „Virenbasteln“ werden kosten- und straffrei auf Websites angeboten, oft unter so skurrilen Namen wie „Satanic Brain Virus Tools“ oder „Instant Virus Production Kit“. Infizierte Computer sind ein wahres Eldorado für Kriminelle: E-Mail-Adressen werden vertickt, infizierte Rechner für das Verschicken von Spams vermietet, vertrauliche Daten vom Online-Banking oder der Kreditkarte gehandelt.

Welchen Schaden verursachen Computerschädlinge?

Im Jahr 2006 wurde mit Onlinediebstahl mehr Geld gemacht als mit Drogenhandel und Prostitution zusammen. Laut einer Studie des Antivirenprogramm-Herstellers Panda Security betrug der wirtschaftliche Schaden im Jahr 2006 durch Cyberkriminalität allein in den USA über 50 Milliarden Dollar. Im Jahr 2000 richtete der sogenannte „I Love You-Wurm“ weltweit schätzungsweise zehn Milliarden Dollar Schaden an.

Nach Auskunft des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entsteht allein in Deutschland durch Viren ein wirtschaftlicher Schaden in dreistelliger Millionenhöhe – Tendenz steigend. Weltweit kosten die Virenangriffe Milliarden. Dabei werden auch Unternehmen Opfer von gezielten Virenangriffen: Manche Schädlinge nutzen weltweit infizierte Computer, um via Internet ununterbrochen Anfragen an eine bestimmte Firmen-Website zu schicken, bis diese aufgrund der vielen Aufrufe zusammenbricht. Diese sogenannten „Denial-of-Service-Attacken“ zielen direkt auf Firmen, die über ein Internetangebot verfügen. Das zieht für die Unternehmen immense Image- und Wirtschaftsschäden nach sich.

Wie kann man sich schützen?

Regel 1: Öffnen Sie nur Dateien und E-Mails aus sicheren Quellen.
Regel 2: Nie ins Internet ohne eine aktuelle Virensoftware.
Regel 3: Benutzen Sie niemals immer ein und dasselbe Passwort.
Regel 4: Machen Sie regelmäßig einen Virenscan Ihrer Festplatte.

Welches ist der Unterschied zwischen Viren, Trojanern und Würmern?

➝ Viren: Der Virus ist diskret und versteckt sich in Dateien und Programmen. Je nachdem, wie er gestrickt ist, randaliert er bereits in seinem Versteck oder „schläft“. Sein Hauptjob ist die eigene Verbreitung über das Internet, beispielsweise per Mail.

➝ Würmer: Sind auch eine Art Viren. Sie verbreiten sich eigenständig per E-Mail-Attachement.

➝ Trojaner: Meister des Bluffs und der Spionage. Sie tarnen sich als nützliches Programm – etwa als Bildschirmschoner – und treiben dann ihr Zerstörungswerk voran. Trojaner schnüffeln Passwörter aus, löschen Daten oder verschicken selbige via Mail. Anders als Viren oder Würmer können sich Trojaner nicht selbst vermehren.
 

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