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Natur & Reise
Welche Lebewesen sind weder Pflanzen noch Tiere?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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1735 war die Welt aus Sicht der Biologie noch vergleichsweise einfach gestrickt. Damals legte der schwedische Naturforscher Carl von Linné ein System vor, in dem das Naturreich aus drei grob unterteilten Reichen bestand. Mineralien, Pflanzen und Tiere – mehr brauchte es damals nicht, um in der Welt für Ordnung zu sorgen. Doch im Lauf der Zeit erfuhr man über die so eingeordneten Lebewesen immer mehr, was nicht so recht in diese Systematik passen wollte. Wohin sollte man etwa die Pilze stecken, die – anders als Pflanzen – kein Blattgrün besitzen und deshalb auch keine Photosynthese betreiben? Zu den Pflanzen passen sie deshalb nicht, aber offensichtlich auch nicht zu den Tieren. Rund 250 Jahre nach Carl von Linné führte der US-Mikrobiologe Carl Woese deshalb ein neues System ein, das Lebewesen nach dem Grad ihrer genetischen Verwandtschaft zusammenfasst. So entstanden 23 Gruppen, die wiederum auf drei große Domänen verteilt sind. Die Pilze fanden sich dabei in der frisch geschaffenen Domäne der Eukaryoten wieder.
Hier sind alle Lebewesen untergebracht, deren Zellen einen echten Zellkern besitzen. Dessen Form ist namensgebend für die Eukaryoten – der sperrige Begriff bedeutet „wie eine Nuss aussehend“. Von den Pilzen über sämtliche Pflanzen und Tiere bis hin zu allerlei Exoten sind praktisch alle uns im Alltag begegnenden Lebewesen Eukaryoten. Tatsächlich existieren aber noch zwei weitere Domänen, die stets abseits der Tiere und Pflanzen lebten. Die erste bilden sogenannte Archaeen, also besonders robuste Urbakterien, die wegen ihrer eigentümlichen Konstruktion eine Sonderstellung in der Systematik einnehmen. Die zweite setzt sich aus den restlichen Bakterien zusammen. Die meisten ihrer Mitglieder sind bis heute unentdeckt: So schätzen Biologen, dass bisher nur ein bis fünf Prozent aller Bakterienarten bekannt sind.
P.M. Fragen & Antworten 06/2012























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