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Kultur & Gesellschaft
Weiße Farbe gegen Klimawandel?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Sollte sich Steven Chu mit seiner neuen Idee zur Reduzierung des CO2-Austoßes tatsächlich durchsetzen, müssen sich Angehörige des Malerhandwerks fürs Erste keine Sorgen wegen der Wirtschaftskrise machen.
Chu ist Physik-Nobelpreisträger (1997) und amtierender US-Energieminister. Bei einem Treffen mit Klimawissenschaftlern unter der Schirmherrschaft von Prinz Charles in London schlug er jetzt eine ungewöhnliche Maßnahme gegen den Klimawandel vor: Gebäude, öffentliche Plätze und Straßen sollten in Weiß oder anderen hellen Farben angemalt werden. Dies würde, weltweit durchgeführt, pro Jahr so viel CO2 einsparen wie alle Autos der Welt in elf Jahren in die Luft blasen.
Chus Rechnung: Dunkle Farben nehmen bis zu 80 Prozent der mit den Sonnenstrahlen transportierten Wärmeenergie auf, Weiß hingegen nur rund 20 Prozent, der Rest wird zurückreflektiert. Logische Folge: Dunkle Gebäude heizen sich bei Sonnenschein erheblich stärker auf als helle, und es muss Energie aufgewendet werden, um sie für die sich darin aufhaltenden Menschen auf eine akzeptable Temperatur herunterzukühlen. Dieses Herunterkühlen geschieht für gewöhnlich mit Klimaanlagen, die für ihre Arbeit große Mengen Strom benötigen.
In Deutschland ist aufgrund der Wetterbedingungen der Markt für Klimaanlagen eher klein. In den USA und anderen wärmeren Gegenden der Welt wie Südeuropa, Arabien oder Südamerika dagegen sind sie in öffentlichen Gebäuden und Privathaushalten weit verbreitet.
Seit Jahren grübeln Geo-Engeneering-Wissenschaftler in aller Welt über neue Methoden zur Eindämmung der Erderwärmung, die Ideen reichen von gigantischen Sonnenschutzsegeln im All bis zum Bombardieren der Atmosphäre mit diversen Substanzen. Neben solchen Maßnahmen nimmt sich Steven Chus Idee verblüffend simpel aus.
P.M. Fragen & Antworten 03/2010
























