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Wissenschaft & Technik

Was wollten die Illuminaten?

Als Gründungsdatum des Ordens der Illuminaten (= die Erleuchteten) gilt der 1. Mai 1776. In Ingolstadt hatte Adam Weishaupt (1748– 1830), Professor für Kirchenrecht und Philosophie, diesen Geheimbund ins Leben gerufen, der sich über die Grenzen Bayerns ausbreitete. In einem »Marsch durch die Institutionen« sollten möglichst viele Machtpositionen unterwandert werden, um die Erkenntnisse der Aufklärung in der Gesellschaft zu verbreiten. Nicht jeder durfte Mitglied werden: Frauen, Nicht-Christen, aber auch Mönche und Mitglieder anderer Geheimbünde waren nicht zugelassen. Da man sich gegen die uneingeschränkte Staatsgewalt der Fürsten und die Obrigkeit der Kirche stellte, wurde die Vereinigung staatsfeindlicher Umtriebe bezichtigt und im Jahr 1785 bei Todesstrafe verboten. Der Geheimbund lebte im Untergrund weiter; unter dem Namen Abaris gehörte vermutlich auch Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) dazu. Mit den Il-luminaten verbindet man fälschlicherweise eine Darstellung auf der Rückseite der 1-Dollar-Note, die vom amerikanischen Präsidenten F. D. Roosevelt (1882–1945) als Siegel eingeführt wurde: eine unvollendete Pyramide; sie steht für Beständigkeit und noch wachsende Stärke. Anstelle des letzten Steins strahlt an der Spitze ein von Licht umgebenes Auge, das in Europa bereits die Freimaurerloge als Symbol für Bildung und Freiheit wählte. Der Spruch »ANNUIT COEPTIS« ist wohl ein abgewandeltes Zitat aus der »Aeneis« des römischen Dichters Vergil (70–19 v. Chr.); frei übersetzt: das »kühn Begonnene« wird von Gott »begünstigt«. Das Jahr 1776 ist ein Hinweis auf das Datum der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung – nicht auf die Gründung des Illuminatenordens, wie dies hin und wieder behauptet wird.

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