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Was wollen die Pop-Muslime?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Was wollen die Pop-Muslime?Was wollen die Pop-Muslime?

Hier Gut, da Böse; hier Schwarz, da Weiß – wer lieber auf simple Klischees vertraut, wird mit dem Pop-Islam wenig anfangen können. Für viele junge Muslime dagegen bietet dieser Lifestyle genau das, wonach sie gesucht haben: das Beste aus zwei Welten.

Die gut ausgebildeten Jugendlichen aus der muslimischen Mittelschicht, die ihre Chancen im Leben nutzen wollen, suchen nach einem Weg, Tradition und Moderne miteinander zu versöhnen: Sie lieben den Lifestyle-Schick des Westens und arbeiten fleißig an ihrer Karriere, aber gleichzeitig machen sie sich für die traditionellen islamischen Werte stark.

Sex vor der Ehe verurteilen sie genauso wie Drogen und Alkohol, und das Tragen eines Kopftuchs finden sie gut und richtig. Nur möchten sie sich nicht von fanatischen Hasspredigern erzählen lassen, wie ein gläubiger Moslem leben soll. Viel besser kommt dagegen die praktische Lebenshilfe eines Amr Khaled an. Khaled, ca. 40 Jahre alt, gebürtiger Ägypter, ist der erste TV-Prediger des Islam, und es ist keine Übertreibung, ihn als Mega-Star zu bezeichnen.

Rund um den Globus verfolgen Abermillionen junger Muslime seine Predigten auf Satellitenkanälen und CDs, lesen seine Bücher und studieren die Tipps für alle islamischen Lebenslagen auf seiner Homepage. Statt rückwärtsgewandter Ideologie und anti-westlichen Verschwörungstheorien regiert bei Khaled das Motto: Tut etwas! Gelebter Glaube ist mehr als Beten und Fasten! Hört auf, über unfähige Politiker zu schimpfen, nehmt euer Leben selbst in die Hand! Und vor allem: Vergesst Bin Laden!

Solche Botschaften kommen offensichtlich gut an: In Kairo machen sich Jugendliche daran, Straßen zu reparieren und Dächer zu begrünen, in Syrien sammeln sie Kleider für die Armen, und in Deutschland geben junge Muslime Gratis-Computerkurse und helfen Obdachlosen, statt sich in Parallelgesellschaften abzuschotten.

Fazit: Pop-Muslime haben nichts mit der westlichen Pop-Kultur à la »Sex, Drugs & Rock ´n´ Roll« zu tun. Und genauso wenig haben sie für Selbstmordattentate und Ehrenmorde übrig.

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