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Geschichte & Politik

Was war der Fluch des Pharao?

Was war der Fluch des Pharao?Was war der Fluch des Pharao?
iStockphoto

3251 Jahre nach seinem Tod entdeckten Archäologen im November 1922 das Grab des ägyptischen Königs Tutanchamun bei Luxor im „Tal der Könige“ am West-ufer des Nil – und öffneten es. Sie fanden in der Sargkammer einen Sarkophag aus Quarzit und darin einen Sarg aus massivem Gold, der die Gestalt von Tutanchamun und zugleich die des ägyptischen Gottes Osiris hatte. Darin ruhte die Mumie des Königs. Vier Monate nach diesem sensationellen Fund und dem Betreten der Gruft kam der britische Sponsor der Ausgrabungen, Lord Carnarvon, ums Leben. Genau zur selben Zeit fiel auf unerklärliche Weise in Kairo der Strom aus.

Als Lord Carnarvon die Gruft verließ, war er von einem Moskito gestochen worden. Tags darauf rasierte er sich und schnitt sich in den Mückenstich. Er bekam eine Blutvergiftung, eine Lungenentzündung kam hinzu. Im Jahr darauf starb auch Arthur Mace, Sekretär des Grabentdeckers Howard Carter und Konservator des Metropolitan Museum New York, an einem Lungenleiden. Und Georg Benedit, Konservator des Pariser Louvre, starb 1924 am selben Tag, an dem er die Grabkammer betrat. Es gab noch mehr Tote: Richard Bethel, ebenfalls Sekretär von Howard Carter, fand man tot in seiner Wohnung. Der „Fluch des Pharao“ beherrschte weltweit die Schlagzeilen. Der einstige Herrscher und seine zauberkundigen Priester, hieß es, hätten sich posthum an den Grabschändern gerächt. Tatsache ist, dass von den 26 Personen, die bei der Störung der Grabesruhe dabei waren, lediglich sechs innerhalb der nächsten zehn Jahre verstarben. Wissenschaftler diskutierten über Killerkeime, Pilzsporen, die in der Grabkammer umherschwirrten und gefährliche allergische Reaktionen auslösten.

„Pharaos Rache“ ist in Wirklichkeit ein literarischer Mythos, den die britische Romanautorin Jane Loudon 1821, also bereits ein Jahrhundert vor der Grabesöffnung, in ihrem Buch „Die Mumie“ geschaffen hatte. Ihre Kollegin Marie Corelli griff diesen Mythos nach den Ausgrabungen gern wieder auf und erfand dazu die Hieroglyphen-Inschrift: „Der Tod kommt auf schnellen Schwingen zu dem, der die Gruft des Pharao berührt.“

1966 flackerte der Mythos noch einmal auf, als die Pharaonen-Schätze erstmals in Paris gezeigt werden sollten.

Mohammed Ibrahim, Direktor der Antiken-Abteilung, war gegen diese Ausstellung. Nach einem schweren Autounfall seiner Tochter soll er geträumt haben, ebenfalls unter die Räder zu kommen, falls die Ausstellung stattfinden würde. Er konnte sich aber nicht durchsetzen – und wurde tatsächlich von einem Auto angefahren und starb.

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