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Kultur & Gesellschaft

Was war das »Trio Infernal«?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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iStockphoto

»Trio infernal« ist der Titel einer rabenschwarzen Filmkomödie aus dem Jahre 1974. Sie erzählt die Geschichte eines »teuflischen Trios«, bestehend aus einem angesehenen Rechtsanwalt namens Georges Sarret (Michel Piccoli) und zwei deutschen Schwestern, Philomene (Romy Schneider) und Catherine Schmidt (Mascha Gonska).

Gemeinsam begehen die Drei wiederholt Versicherungsbetrug, indem der Anwalt den beiden Frauen zunächst ältliche Ehemänner zuführt, die er kurz darauf auf bestialische Weise umbringt. Unter anderem zeigt der Film sehr detailliert, wie Sarret und die Schmidt-Schwestern sich zweier Mordopfer entledigen, indem sie diese in mit Schwefelsäure gefüllte Badewannen legen, worin sich die Leichen langsam auflösen. Drastische Szenen wie diese sorgten dafür, dass der Film zum Schocker des Jahres wurde und der Ausdruck »Trio infernal« in die Alltagssprache einging, für besonders grausame oder abgebrühte Dreierbanden.

Das Erschütterndste an dem Film ist jedoch die kaum bekannte Tatsache, dass die Handlung auf einem authentischen Fall basiert – und es Georges Sarret und die Schwestern Schmidt wirklich gegeben hat. Genau wie im Film geschildert, war dem Advokat und Lebemann Georges Sarrejani (genannt »Sarret«) jedes Mittel recht, um seinen luxuriösen Lebensstil zu finanzieren.

Insgesamt fielen ihm in den 1920er- und Dreißigerjahren sechs Menschen zum Opfer. Der am 23. September 1878 im italienischen Triest geborene Grieche Sarrejani, der sich auf seine Karriere als mordender Versicherungsbetrüger mit einem Jura-, einem Medizin- sowie einem Chemiestudium bestens vorbereitet hatte, wurde nach der Anzeige des Besitzers der Villa, in der das »Trio Infernal« seine letzten Opfer in Schwefelsäure aufgelöst hatte, überführt – der Vermieter hatte in Haus und Garten Säurerückstände und üble Gerüche bemerkt.

Georges Sarrejani wurde am 10. April 1934 in Aix-en-Provence durch die Guillotine hingerichtet. Seine Komplizinnen, die Schmidt-Schwestern, kamen mit jeweils zehn Jahren Gefängnis davon.

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