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Geschichte & Politik
Was war bei Olympia vor 2000 Jahren anders?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Im antiken Griechenland hat alles begonnen, und schon damals kämpften die Athleten mit allen Mitteln um den Sieg. Wo den heutigen Champs Goldmedaillen und mediale Triumphe winken, ging es den antiken Supermännern um nichts Geringeres als ewigen Ruhm und Unsterblichkeit.
Woher kommen die Olympischen Spiele?
Schon die alten Ägypter kannten Wettkämpfe à la Olympia. Jedem neuen Pharao standen vor der Herrschaft ein langer Lauf um die Mauer und andere sportliche Aufgaben bevor, um Göttern, Volk und Priestern zu beweisen, dass er der richtige Mann für den Job war. Der griechische Dichter Homer beschreibt in seinen Schriften erste Kampfspiele in Mykene, die zu Ehren von Göttern oder großen Persönlichkeiten veranstaltet wurden. Auch die ersten »richtigen« Spiele in Olympia hatten höchstwahrscheinlich einen religiösen Hintergrund. Handelte es sich um Wettläufe zu Ehren von Göttervater Zeus oder alte Fruchtbarkeitskulte? Historiker tappen da noch im Dunkeln. Dokumentiert ist lediglich, dass 776 v. Chr. die amtliche Zählung der Spiele begann.
Welche Disziplinen gab es?
<+Angefangen haben die Spiele in Olympia mit einem Stadionlauf über 191,78 Meter. Ab 724 v. Chr. kamen in zeitlichen Abständen weitere Disziplinen dazu:
Doppel- und Langlauf, Ringkampf und der Fünfkampf (Stadionlauf, Weitsprung, Diskuswurf, Speerwurf und Ringkampf), Waffenlauf, Faustkampf, Wagen- und Pferderennen und schließlich das besonders brutale Pankration – ein Kampf, bei dem alles erlaubt war, außer den Gegner zu beißen und ihm die Augen auszudrücken. Eine spezielle Disziplin war der Wettbewerb der Trompeter und Herolde.
Wurde schon in der Antike gedopt?
Anabolika, EPO und Co. waren zwar noch nicht erfunden, aber schon damals wollten sich die Athleten mit Salben, Kräutergetränken, Aufgüssen, Kraftsüppchen und seltsamen Mixturen zu Höchstleistungen pushen. Doch spätestens einen Monat vor den Olympischen Spielen war Schluss damit. Dann nämlich mussten sich die Sportler unter die Fittiche der Kampfrichter begeben, was unter anderem fade Gemeinschaftskost bedeutete: eine Diät aus frischem Käse ohne Salz, Kräutern, getrockneten Feigen, Weizenbrot oder Gerstenfladen und Wasser.
Die streng vegetarische Kost wurde aus Gründen der Fairness verabreicht. Die alten Griechen hatten schon erkannt, dass eine fleischhaltige Ernährung vor allem für Kampfsportler von Vorteil war. Da Fleisch aber sehr teuer war, konnten sich nur reiche Sportler die proteinreiche Aufbaukost leisten. Tatsächlich kamen in der Antike die meisten Schwerathleten aus reichen Familien.
Medaillen für den Sieg?
Unsere sportliche Maxime »Dabei sein ist alles!« wäre im antiken Griechenland mit Kopfschütteln quittiert worden – nur der Sieg über alle anderen Teilnehmer einer Disziplin sicherte dem Olympioniken Ruhm und Ehre. Auf den Sieger wartete neben einem Lorbeerkranz das heiß begehrte Recht, sein Standbild im heiligen Hain von Olympia aufzustellen. Dieses oft lebensgroße Porträt aus Bronze oder Stein garantierte nach damaligem Verständnis Unsterblichkeit.
Auch um seine materielle Zukunft im Diesseits musste sich ein erfolgreicher Olympionike keine Sorgen machen: So ist aus Athen überliefert, dass den Triumphator neben kostenlosen Mahlzeiten und einem festen Platz im Theater auch der Gegenwert von bis zu 100 Rindern in Drachmen erwartete. Während weitere Belohnungen wie eine lebenslange Steuerbefreiung auch jetzt noch begeisterte Abnehmer fänden, dürfte die größte Ehrung für spartanische Athleten heute auf wenig Gegenliebe stoßen: Gefeierte Sportler erwarben das besondere Privileg, bei Schlachten in der ersten Reihe nahe dem König kämpfen zu dürfen.
Wer sorgte für Fairplay?
Mangelnde Fairness und Betrug – beide Geiseln des modernen Sports müssen sich bereits bei den antiken Olympischen Spielen breitgemacht haben. Anders ist nicht zu erklären, dass beispielsweise Kaiser Hadrian (76 – 138 n. Chr.) Dekrete gegen foulende Athleten und korrupte Organisatoren auf den Weg brachte. Das übliche Mittel, um an Ort und Stelle für Ordnung zu sorgen: die Peitsche.
Mit Peitschen ausgestattete Helfer standen den Schiedsmännern zur Seite, um mitunter schon bei einem Fehlstart in Aktion zu treten. Unparteiisch und unbestechlich sollten die Kampfrichter sein – doch sind schon aus dem Jahr 388 v. Chr. Fälle von Richterkauf bekannt. Wer dabei erwischt wurde, musste eine Statue des Göttervaters Zeus stiften, auf der Name und Vergehen des Übeltäters peinlich genau vermerkt wurden.
Durfte damals jeder antreten?
Die Teilnahme war streng reglementiert und vor allem von Herkunft und Geschlecht abhängig. Antreten durften prinzipiell nur Griechen. Randgruppen wie die als Barbaren verachteten Makedonen wurden mit größter Skepsis behandelt. Der sportliche Bewerber musste zudem männlich und ein freier Bürger sein, durfte kein Verbrechen begangen und keine Blutschuld auf sich geladen haben. Auch eine weiße Weste in Hinsicht auf Gottes-lästerung und Tempelraub musste beeidet werden. Nachdem der Sportler außerdem versichert hatte, regelmäßig trainiert zu haben, wurde aus ihm ein offizieller Olympionike.
Frauen durften bei den Olympischen Spielen nicht antreten. Nur bei Pferdewettkämpfen war die Teilnahme nicht vom Geschlecht abhängig. So gab es auch Siegerinnen wie die spartanische Königstochter Kyniska. Sie ließ sich in Olympia ein Denkmal in Gestalt riesiger Bronzepferde setzen.
Wer waren die Stars der frühen Spiele?
Der Läufer Orsippos von Megaron wurde durch einen kleinen Zwischenfall mit großen Folgen bekannt: 720 v. Chr. verlor er beim Laufen seinen Lendenschurz, ging aber als Sieger über die Ziellinie. Von da an wurde in Olympia nackt gelaufen!
Der Ringer Milon von Kroton war der Superstar vor 2500 Jahren, nicht nur wegen seiner grandiosen Triumphe, sondern auch wegen seines gigantischen Appetits. Neben 17 Pfund Fleisch und 17 Pfund Brot verschwanden angeblich täglich zehn Liter Wein im Wanst des Athleten. Dafür soll er auch einen vierjährigen Stier auf seinen Schultern durch das Stadion von Olympia getragen haben.
Der Boxer Theogenes von Thasos feierte je nach Darstellung zwischen 1200 und 1400 Siege. Dabei blieb er mehr als 20 Jahre ungeschlagen!

























