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Kultur & Gesellschaft
Was sind Pink Movies?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Zwischen Porno und Kunst: In den Pink Movies tobt sich Japans Avantgarde aus.
Das »Pink Movie« (jap. pinku eiga) gilt als Talentschmiede und künstlerische Spielwiese für junge Regisseure. Dass es sich dabei um japanische Soft-Sexfilmchen handelt, stört die Filmkunstwelt wenig. Es ist absolut kein Makel für einen japanischen Filmemacher, als Pornoregisseur begonnen zu haben.
Denn wer trotz niedrigen Budgets und primitiver Ausstattung einen ästhetisch ansprechenden Film drehen kann, beweist Einfallsreichtum und filmisches Können. Das erinnert ein wenig an Roger Cormans Sex-, Crime- und B-Movie-Fabrik aus den Sechzigerjahren, die Talente wie Francis Ford Coppola oder Steven Spielberg hervorbrachte.
Die Filmemacher haben absolut freie Hand beim »Pink Movie« – einzige Vorschrift: Alle zehn Minuten muss eine Sexszene stattfinden. Mitunter kommen dabei recht abgedrehte Handlungen heraus – beispielsweise der Film »The Glamorous Life of Sachiko Hanai« von Mitsuru Meike: Eine Prostituierte mutiert nach einem Kopfschuss zur Intelligenzbestie, bricht forthin während der Arbeit philosophische Diskussionen vom Stapel und hat dabei noch mit dem Mittelfinger von George W. Bush zu kämpfen. Alles klar?
Was »Pink Movies« auszeichnet, ist die Kompromisslosigkeit in Ästhetik und Inhalt – wo sonst findet man schon Pornos, die nebenbei auch eine politische Botschaft transportieren? Oder die anrührenden Szenen, die von Sehnsucht und Einsamkeit erzählen? Das Genre entstand in den 1960er-Jahren. Heute gibt es rund hundert Produktionen pro Jahr, die nicht minder experimentierfreudig und anarchisch sind wie die »Klassiker«.
Warum heissen Pornos »Blue Movies«?
Mit »Blue« – also »Blau« – bezeichnet man im englischen Sprachraum die »Zwischentöne des Lebens«, Töne also, die nicht »ganz sauber« sind. Wer den Blues singt, hält sich nicht an die klassische Tonleiter, und wer den Blues hat, ist für das geregelte Tagewerk nicht mehr zu gebrauchen.
So auch das »Blue Movie«: Es wird ebenfalls der Schattenseite des Lebens zugerechnet, und wenn es hart auf hart kommt, greift das »Blue Law«: Die »Blauen Gesetze« kümmern sich um Pornografie, Glücksspiel und ähnliche Entgleisungen von »Sitte und Anstand«.

























