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Kultur & Gesellschaft
Was passiert mit Flughafengepäck, das niemand abholt?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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In vergessenem Gepäck kann sich vieles verbergen: Designerklamotten, Geldscheine oder doch nur zerknitterte Blusen?
»Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten!« – nicht abgeholte Koffer, Taschen oder Beautycases von Lufthansa-Flügen werden in Deutschland versteigert. Pro Jahr finden rund 8000 Gepäckstücke einen neuen Besitzer. Die erstandenen Koffer sind allerdings wie Überraschungseier oder Lose: Man weiß nie, ob man den Hauptgewinn oder die Niete ersteigert hat. Denn der Inhalt bleibt den Bietern in der Regel verborgen, sie zahlen ihre 80 bis 200 Euro für eine Katze im Sack.
Trotzdem sind die Auktionen jedes Mal ein absoluter Renner, regelrechte Fan-Gemeinden kommen angereist. Für die meisten Bieter ist allein die Spannung auf den verborgenen Inhalt sein Geld wert; wenn dann nur schmutzige Hemden oder ausgelatschte Turnschuhe zum Vorschein kommen – Pech gehabt. Doch der Nervenkitzel bleibt: Vielleicht versteckt sich doch Geld in den Taschen, manche Bieter sollen schon ins Futter eingenähte Geldscheine gefunden haben.
Aber das ist eher selten der Fall, denn bevor das Gepäck in die Auktion kommt, wird es vom Zoll gründlich durchsucht – Geld, geschmuggelte Drogen oder Waffen wird man also nicht ersteigern. Überhaupt sind sensationelle Inhalte eher rar, sagt Auktionatorin Maren Wendt – seit zwei Jahrzehnten versteigert der Familienbetrieb das vergessene Gepäck. Manchmal sind ungetragene Designerklamotten dabei (das ist so etwas wie ein Hauptgewinn), ein anderes Mal Skurrilitäten wie eine Domina-Ausrüstung.
Doch derlei interessiert die meisten Zuschauer und Bieter nicht wirklich – für sie ist der Besitz eines fremden Gepäckstücks wie Voyeurismus vom Feinsten: der Einblick in ein fremdes Leben. Und da gehören streng riechende Socken nun einmal dazu.

























