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Kultur & Gesellschaft

Was passiert mit dem Müll?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Was passiert mit dem Müll?Was passiert mit dem Müll?
iStockphoto

Wir Deutsche sind eine Nation von Mülltrennern: Grüner Punkt und Gelbe Tonne – der Bürger weiß, was zu tun ist.

Böse Zungen behaupten allerdings gern, das gesamte DSD (steht für »Duales System Deutschland« und gehört übrigens der amerikanischen Finanzgruppe KKR) sei nichts als Augenwischerei: Am Ende würden die Müllmultis doch alles wieder in einen Topf kippen.

Ganz so bitter ist die Realität zwar nicht. Dennoch sind sich Experten weitgehend einig darüber, dass das Prinzip »gelbe Tonne« eigentlich von gestern ist. Grund: Das ganze System ist ineffektiv und verfilzt. Das Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie rechnet vor: Von 13 Millionen Tonnen neuem Kunststoff, der pro Jahr in den Handel gelangt, tragen nur 0,7 Millionen Tonnen überhaupt den (lizenzpflichtigen) Grünen Punkt.

Davon gelangt vielleicht etwas mehr als die Hälfte in die gelbe Tonne bzw. den gelben Sack – und das ist beileibe nicht die Menge, die letztendlich recycelt wird! In der Regel wird rund ein Drittel des Inhalts der gelben Tonne schlicht und einfach verbrannt – die Abfallwirtschaft erfüllt die gesetzlich vorgeschriebene Recycling-Quote, und das war’s.

Mit anderen Worten: großer Aufwand – Mini-Wirkung. Der Clou: Dafür, dass nur ein Bruchteil wiederverwertet wird, zahlt der Verbraucher jedes Jahr rund 1,5 Milliarden Euro. Dabei gibt es längst sinnvolle Alternativen. Dank modernster Technik ist es gar kein Problem mehr, den gesamten Abfall schnell und sauber in seine Einzelteile zu zerlegen; es ist total überflüssig, die Verbraucher zum Sortieren in Heimarbeit zu verdammen!

Zwei Tonnen pro Haus wären vollkommen ausreichend, sagt die »Müllwissenschaft« – in eine kommt der feuchte Dreck, in die andere sämtlicher Trockenabfall. Den Rest erledigt die Sortieranlage. In Leipzig und Teilen Berlins wurde diese Variante bereits eingeführt. Auch in anderen Städten liebäugelt man mit der Abschaffung der gelben Tonne. Doch so schnell lässt sich die Müllwirtschaft das Milliardengeschäft nicht aus der Hand nehmen.

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