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Psychologie & Gesundheit

Was ist systemische Paartherapie?

Was ist systemische Paartherapie?Was ist systemische Paartherapie?
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Systemische Paartherapie ist so ziemlich das Gegenteil von klassischer Psychoanalyse. Hier geht es nicht darum, nach verdrängten Kindheitserlebnissen zu wühlen, sondern allein um die Probleme im Hier und Jetzt. Im Klartext heißt das: Ursachenforschung – nein danke! So will man den Teufelskreis von Schuldzuweisungen durchbrechen (»Du bist genau wie deine Mutter!«).

Der Vorteil im Vergleich zu den oft jahrelangen Psycho-Sessions: Nach drei bis acht Sitzungen soll der Knoten platzen. So gesehen, kommt man mit den 60 bis 150 Euro pro Sitzung eher günstig weg. Aber Friede, Freude, Eierkuchen im Schnellverfahren – wie soll das gehen? Der »Trick« der systemischen Therapie besteht darin, das Paar als System zu begreifen, das nach eigenen Regeln und Gesetzen funktioniert. Vereinfacht ausgedrückt, besteht die Aufgabe des Therapeuten darin, den Streithähnen klar zu machen, dass keiner »recht« hat, sondern dass beide sich genauso benehmen, wie es das defekte System von ihnen verlangt. Die magische Frage lautet dabei: Was, denkst du, denkt dein Partner über dich?

Dort setzt der Therapeut mit seinen Reparaturmaßnahmen an, und die können ganz schön radikal sein: Der Psychotherapeut Arnold Retzer beschreibt in seinem Buch, wie er seinen Problempaaren Sex verordnet – unspontan, unsexy und als reines Pflichtprogramm, frei nach den biblischen Worten »Der Mann leiste der Frau, was er ihr schuldig ist, desgleichen die Frau dem Mann.« Nicht mehr, nicht weniger. Vorteil: Mangels Erwartungen bleibt die Enttäuschung aus. Aber das System hat neue Regeln bekommen. Könnte ja sein, dass die besser funktionieren.

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