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Natur & Reise
Was ist Greenwashing?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Sir John Browne, der Chef des Ölmultis BP, gibt sich als »grüner Mahner« . Auch das neue Firmenlogo soll für ökologisches Verantwortungsgefühl und Naturliebe stehen.
Irgendwie schon! Große Unternehmen, die sich »grün waschen«, hängen ihren Aktivitäten ein Öko-Mäntelchen um, mit dem Ziel, ihr schlechtes Image aufzupolieren. Der Begriff »Greenwash«, kürzlich ins Oxford English Dictionary aufgenommen, wird dort definiert als »Fehlinformationen, die eine Organisation streut, um ein umweltfreundliches, verantwortungsvolles Bild in der Öffentlichkeit zu präsentieren«.
Die PR-Strategien, die dabei angewandt werden, reichen von schlicht bis raffiniert. Umweltschädliche Produkte werden mit Anzeigen und Claims beworben, die ökologisches Verantwortungsgefühl und Naturliebe suggerieren. Eine schöne Landschaft, stille Gewässer und dazu der Spruch: »Paraquat and nature working in perfect harmony« (sinngemäß: Paraquat und die Natur arbeiten in perfekter Harmonie) – mit solchen Anzeigen warb beispielsweise die britische Firma ICI für ein giftiges, in manchen Ländern verbotenes Herbizid.
Oder: »Junkfood«, wie fette Chips, werden von US-Firmen zunehmend in braune Papiertüten verpackt, weil Umfragen gezeigt haben, dass Konsumenten diesen Look mit »natürlich« und »gesund« verbinden. Schon raffinierter: Umweltschützer staunten nicht schlecht, als das französische Atomkraftwerk Fessenheim einen Umweltpreis bekam. Ausgerechnet Fessenheim: Die alte Anlage gilt als störanfällig und riskant! Und wie hatten die Betreiber sich grün gewaschen? Indem sie im festungsartig eingezäunten Werksgelände ein Biotop für schützenswerte Orchideenarten einrichteten!
Auch eine beliebte Strategie: Die Unternehmen stellen ihr »grünes Engagement« in aufwendigen Kampagnen heraus – so wie BP, der zweitgrößte Ölkonzern der Welt. Liest man seine Anzeigen, könnte man glauben, das Unternehmen mausere sich zum Öko-Konzern. Das beginnt schon beim neuen Logo: eine Sonne, umgeben von grüner Biomasse. Und der Traditionsname BP (British Petroleum) wurde geändert in: Beyond Petroleum (Jenseits vom Öl). Vollmundig wirbt das Unternehmen, dass es sein Engagement »für Solarkraft, aber auch für Wind, Wasserstoff und Erdgas deutlich ausweiten« will. Doch der neue Geschäftsbereich, der sich »Alternativenergy« nennt, ist ein Zwerg. Gerade mal 0,13 Prozent seines Umsatzes (BP hat 2005 über 25 Milliarden US-Dollar verdient) erwirtschaftet der Konzern mit alternativen Energien!

























