Diese Seite bookmarken:

Diese Seite bookmarken

Natur & Reise

Was ist eine linke Welle?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
Hier geht's zum aktuellen Heft »

Was ist  eine linke Welle?Was ist  eine linke Welle?
iStockphoto

Auf jeden Fall ist es keine Welle, die einen übers Ohr hauen will: Der Begriff kommt aus dem Surfsport und bezeichnet eine Welle, die vom Surfer aus gesehen von rechts nach links bricht – also vom Meer in Blickrichtung Strand.

An jedem Strand gibt es linke und rechte Wellen, das ist je nach Region und Küstenform unterschiedlich. An der französischen Atlantikküste zum Beispiel kommen die Welle zumeist aus nordwestlicher Richtung und treffen somit in Richtung Südosten auf den Strand. Dies wiederum formt die Sandbänke so, dass an vielen Stellen besser rechte Wellen brechen.

Grundsätzlich stellen für die meisten Surfer, vor allem Anfänger, linke Wellen eine größere Herausforderung dar, da sie etwas schwieriger zu reiten sind. Das liegt an der Fußposition der meisten Surfer und der daraus resultierenden Stellung zur Welle: In den meisten Fällen stehen Surfer auf dem Brett mit dem linken Bein vorne („regular“) – ist das rechte vorne platziert, gilt man in der Fachsprache als ein „Goofy“-Surfer.

Erfahrere Wellenreiter surfen parallel zur Welle an der noch ungebrochenen Wellenwand entlang, die sich kontinuierlich in seitliche Richtung fortbewegt. Als Brechungsrand („Curl“) wird die Grenze zwischen gebrochenem Teil der Welle und der Wellenwand bezeichnet. Je nachdem, ob sich der Brechungsrand vom Meer aus gesehen nach links oder rechts bewegt, spricht man von einer links- beziehungsweise rechtsbrechenden Welle.

Bei einer rechten Welle und einer „regular“-Fußstellung surft man mit der Vorderseite des Körpers („Forehand“), also mit dem Gesicht zur Wellenwand („Face“). Bei einer linken Welle und gleicher Fußstellung surft man mit dem Rücken („Backhand“) parallel zur Wellenwand, was für manche Anfänger schwieriger ist, weil man die Welle nicht mehr im Blick hat. Fortgeschrittene Surfer beherrschen beide Techniken („regular“ und „Goofy“) im Schlaf.

In der Surfszene sind vor allem die linken Wellen von Teahupoo vor der Küste Tahitis, von Uluwatu auf Bali, von Barranca im Westen Costa Ricas und von St. Leu auf La Réunion, die nur „La Gauche“ genannt wird, bekannt. In Europa gilt unter Kennern die „Mundaka“ vor der Bucht von Urdaibai im spanischen Baskenland als beste linke Welle. Sie ist auf keinen Fall etwas für Einsteiger, da sie bis zu sechs Meter hoch und knapp 400 Meter lang ist und nach links in einer Tunnelform bricht. Surfcracks aus aller Welt tummeln sich in dem Fischerort, jedes Jahr trifft man sich zum „Billabong Pro Mundaka“-Wettbewerb.
 

Noch keine Bewertungen vorhanden


Weitere Fragen aus Natur & Reise:

Einsortiert unter:

Surfsport  /  Welle  /  Wellenreiter