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Kultur & Gesellschaft

Was ist eine Amerikanische Nacht?

Was ist eine Amerikanische Nacht?Was ist eine Amerikanische Nacht?
iStockphoto

Mit diesem Begriff bezeichnet man in der Filmtechnik eine Szene, die bei Nacht spielt, aber bei Tageslicht gedreht wird. Blaue Filter vor den Kameras und eine leichte Unterbelichtung verwandeln die tagsüber aufgezeichneten Bilder in Nachtaufnahmen mit einem ganz eigenen, künstlichen Touch, eben Szenen einer Amerikanischen Nacht. Filmemacher bevorzugen diese Technik, wenn sie bei einer Nachtszene besonderen Wert auf gute Lichtverhältnisse legen oder gezielt den coolen Effekt der künstlichen Nacht suchen. Cineasten gebrauchen den Begriff schon mit einem Anflug von Nostalgie, kommen doch solche Spezialeffekte heute viel zu oft aus dem Computer. Ganz bestimmt verdankt der Begriff seinen Glamour auch dem gleichnamigen Film, den François Truffaut 1973 drehte. Ein virtuoser Streifen über das Filmemachen, eine Hommage an die Wunderwelt des Kinos. Truffaut führt Regie und spielt selbst die Rolle eines Regisseurs. Er lässt den Zuschauer teilhaben am amüsant verzwickten Geschichtenreigen vor und hinter der Kamera. Meisterhaft spielt er mit den verschiedenen Wirklichkeiten von Darstellern und Filmfiguren. Was ist gespielte Eifersucht und Teil des Films im Film, was echte Leidenschaft? So wie diese Ebenen verschmelzen, verschwinden auch die Unterschiede von Tag und Nacht. Voilà: »La Nuit américaine«, die Amerikanische Nacht. Ganz nebenbei ist es auch die ganz große Nacht der »Amerikanerin« – so die Rolle der Hauptdarstellerin. Truffauts Film ist eine Liebeserklärung an die wunderbare Jacqueline Bisset.

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