Alte Zöpfe schneidet man am besten in aller Öffentlichkeit ab, dann jammern die Betroffenen noch am wenigsten.
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Psychologie & Gesundheit
Was ist ein Wasser-Skalpell?
Der Eingriff war eine Sensation. Im Münchner Klinikum Großhadern brauchten vor drei Jahren zwei todkranke Kinder dringend eine neue Leber. Doch die Ärzte waren in der Klemme – es gab nur ein passendes Spenderorgan. Da wagten die Chirurgen einen spektakulären Schritt: Sie teilten die Erwachsenen-Leber in genau zwei Hälften. Bis dahin war das unvorstellbar, ist die Leber doch eines der am stärksten durchbluteten Organe.
Die Mediziner benutzten für den Leber-Schnitt ein Wasser-Skalpell. Dabei wird ein Hochdruckwasserstrahl durch eine feine Düse gepresst. Der Druck kann so eingestellt werden, dass das weiche Gewebe durchschnitten wird, direkt danebenliegende Blutgefäße oder Nerven aber unverletzt bleiben. Die Operation gelang: So haarscharf trennte das Skalpell die Leber entlang der Gefäßstrukturen, dass den Kindern zwei voll funktionsfähige Teile implantiert werden konnten. Das war letztendlich der Durchbruch für das »Hydro-Jet-Skalpell«, so heißt dieses neue medizinische Messer.
In der Münchner Klinik werden mittlerweile 80 Prozent aller Lebertumore mit dieser Schnitttechnik entfernt. Bewährt hat sich das »Water-Jet-Cutting« auch in der Neurochirurgie bei Gehirnoperationen oder bei gesichtschirurgischen Eingriffen, denn es bleiben keine oder kaum Narben zurück. An der Universitätsklinik Greifswald entfernte der scharfe Wasserstrahl Tätowierungen: Die Farbpartikel wurden aus der Haut herausgespült, ohne ihre Struktur zu verletzen.
Erfunden hat das »Hydro-Jet-Skalpell« der Mecklenburger Maschinenbautechniker Andreas Pein. Zehn Jahre Entwicklungsarbeit stecken darin. »Der Strahl schneidet intelligent«, sagt Pein. Seit der Münchner Sensations-Operation wird der Wasser-Schneider in Serie produziert und von einem Tübinger Unternehmen weltweit vertrieben.






















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