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Kultur & Gesellschaft
Was ist ein Staatsfond?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Als das Emirat Dubai Ende letzten Jahres verkündete, seine Investmentgesellschaft „Dubai World“ sei mit fast 60 Milliarden US-Dollar überschuldet und werde daher für ein halbes Jahr eingefroren, sackten weltweit die Börsenkurse ab.
Schließlich galten der Wüstenstaat und sein Staatsfond bis dahin als stabil und äußerst kreditwürdig. Doch mit immer spektakuläreren Bauprojekten wie vor der Küste künstlich aufgeschütteten Luxus-Inseln, hatte sich die staatliche Kapitalanlagegesellschaft finanziell übernommen. Eigentlich ein sehr untypisches Verhalten für einen Staatsfond. Denn im Unterschied zu einem „normalen“ Fond, wird in einem Staatsfond nicht Geld von Anlegern gesammelt, sondern Geld, das der betreffende Staat übrig hat und langfristig investieren möchte.
In solch einer glücklichen Situation sind freilich nicht viele Länder. Darum kommen die größten Staatsfonds entweder aus sehr rohstoffreichen Regionen wie den arabischen Öl-Staaten, oder aus Ländern, die wirtschaftlich überdurchschnittlich boomen, so zum Beispiel China. Als einziges westliches Land leistet sich Norwegen einen größeren Staatsfond, in den Überschüsse aus der norwegischen Öl- und Gasförderung gepumpt werden.
Motive für die Gründung eines Staatsfonds gibt es viele: Er dient als Finanzpolster für schlechte Zeiten, als staatlicher Rentenfond, als Vorsorge für das Ende der eigenen Rohstoffvorkommen oder als Vorbeugemaßnahme gegen Inflation. Als „Aktionäre“ sind Staatsfonds sehr beliebt, weil sie im Gegensatz zu den gefürchteten „Heuschrecken“-Investoren für gewöhnlich an einer langfristigen Beteiligung interessiert sind. Die staatliche Kuwait Investment Authority zum Beispiel hält bereits seit 1974 Anteile am Daimler-Konzern. Insgesamt verfügen die Staatsfonds dieser Welt über ein geschätztes Investitionsvolumen von zwei bis drei Billionen Dollar.
Fragt Hanna Auer, E-Mail

























