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Trend & Style
Was ist die Hamburger Schule?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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»Linksintellektueller Sozialpädagogen-Rock, der mit deutschen Texten den internationalen Pop zitiert», so beschreibt das Nachrichtenmagazin Focus in seinem Musiklexikon die Hamburger Schule.
Dabei handelt es sich nicht etwa um eine hanseatische Bildungsinstitution oder eine philosophische Lehre, sondern um ein wichtiges Kapitel deutscher Popgeschichte. Aktuell angesagte Deutsch-Rock-Bands wie „Wir Sind Helden“, „Tomte“, „Mia“ und sogar „Silbermond“ wurden von der Hamburger Schule stark beeinflusst.
Ihre eigentliche Hoch-Zeit dauerte von Mitte der 1980er- bis Ende der 1990er-Jahre, Zentrum der Szene war die Elbmetropole Hamburg. Erfunden wurde der Begriff „Hamburger Schule“ vom ehemaligen taz-Journalisten Thomas Gross. Eine Zeit lang kursierte auch die Bezeichnung Diskurs-Rock. Das Markenzeichen der Musikströmung: von Punk inspirierter Gitarrenrock sowie der literarische Umgang mit der deutschen Sprache. Auch politische Themen
waren kein Tabu: In gesellschaftskritischen Texten debattierte man über das Geschlechterverhältnis oder prangerte rassistische Anschläge und
unterbezahlte Jobs an.
Aufgrund des zunehmenden Erfolgs zählten sich bald auch andere deutschsprachige Gitarrenbands zur Hamburger Schule – trotz deutlicher Unterschiede in Musik und Text. Als sich Ende der 1990er-Jahre landesweit eine deutschsprachige Indiepop-Szene etablierte, verlor die Hamburger Schule ihre Vorreiterrolle. Doch ihre Musik bleibt für viele Fans Kult. Die Hauptvertreter der Hamburger Schule sind: Tocotronic, Blumfeld, die Sterne und die Goldenen Zitronen. Letztere haben dieses Jahr mit „Die Entstehung der Nacht“ ihr zehntes Album veröffentlicht.
Unser Tipp:
Stadt.Land.Pop – Popmusik zwischen westfälischer Provinz und Hamburger Schule, von Moritz Baßler, Walter Gödden, Jochen Grywatsch und Christina Riesenweber.
CDs: Blumfeld „Ich-Maschine“ (1992), Die Goldenen Zitronen „Das bißchen Totschlag“ (1994), Tocotronic „Wir kommen um uns zu beschweren“ (1996)
























