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Kultur & Gesellschaft
Was ist die »Fünf-Elemente-Küche«?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Sogar die Reihenfolge, in der die Zutaten in den Kochtopf wandern, muss gut überlegt sein.
Ein erklärtes Ziel haben (nicht nur) Chinesen seit Jahrtausenden: Sie wollen so alt als möglich werden. Als Basis dafür gilt eine ausgeklügelte Ernährungsphilosophie, die in der westlichen Welt vereinfachend »Fünf-Elemente-Küche« genannt wird.
Anders als wir beurteilen Chinesen ihre Lebensmittel nicht anhand von Kalorien-, Mineralstoff- oder Vitamingehalt. Für sie spielen die natürliche »Thermik« der Nahrungsmittel (hat nichts mit der tatsächlichen Kochtemperatur zu tun) und die geschmackliche Zuordnung zu einem Element eine wichtige Rolle. Lebensmittel können nach dieser Einteilung kalt, erfrischend, neutral, warm und heiß sein und werden den Elementen Feuer, Erde, Metall, Wasser oder Holz zugeordnet.
So gelten Tomaten und Zitronen beispielsweise als thermisch kalt und geschmacklich dem (sauren) Element Holz zugehörig. Süßkartoffeln oder Kürbis dagegen sind »warm« und zählen zum Element Erde. Aus dieser Vielzahl von Möglichkeiten muss nun eine Mahlzeit komponiert werden, die alle Elemente in einer harmonischen Mischung enthält und dabei »thermisch« der Jahreszeit und dem Temperament des Essers angepasst ist.
Aber damit nicht genug: Auch die Reihenfolge, in welcher die Zutaten in den Kochtopf wandern, ist vorgegeben. Hintergrund der chinesischen Ernährungsphilosophie ist die Lehre von den in der ganzen Natur wirkenden gegensätzlichen Kräften Yin und Yang (Tag und Nacht, Wärme und Kälte, Schatten und Licht). Die richtige Auswahl an Lebensmitteln hilft dem Menschen im Gleichgewicht und damit gesund zu bleiben.
Gesund ist die »Fünf-Elemente-Küche« auch mit unseren Augen besehen – fettarm, reich an frischem Gemüse, schonend gekocht und wohlschmeckend. Liebhaber von China-Lokalen müssen wir aber enttäuschen. Beim Chinesen »um die Ecke« wird selten nach der Fünf-Elemente-Lehre gekocht, noch am ehesten bekommt man entsprechendes Essen in guten vegetarischen Lokalen.
Fragende: Sandra Maurer, E-Mail

























