Der Unterschied zwischen einer Demokratie und einer Diktatur liegt darin, daß du in der Demokratie wählen darfst, bevor du den Befehlen gehorchst.
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Kultur & Gesellschaft
Was ist der »Gender Dschihad«?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Für westliche Ohren klingt es wie ein Widerspruch, für konservative Muslime wie eine veritable Beleidigung: Feminismus im Islam. Und doch gibt es seit den 1990er-Jahren eine wachsende Gruppe gläubiger Musliminnen, die zum so genannten »Gender Dschihad«, zum Heiligen Krieg der Geschlechter aufrufen.
Sie leben und lieben ihre Religion, aber die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen wollen sie nicht länger hinnehmen. Zum Beispiel in der Moschee: Dass Frauen neben ihren Glaubensbrüdern beten, ist untersagt. Bestenfalls dürfen sie in der zweiten Reihe stehen, oft gibt es nur separate Frauenräume oder eine Frauenempore. Seit August letzten Jahres dürfen Frauen sogar die heiligste Stätte des Islam, die Kaaba in Mekka, nicht mehr betreten.
Derartige Verbote finden die islamischen Frauenrechtlerinnen unerträglich, da sie ihrer Meinung nach gar nicht zur wahren islamischen Lehre passen. Der wahre Islam, das ist für sie die ursprüngliche Lehre des Propheten Mohammed des siebten Jahrhunderts. Damals glänzte die islamische Gesellschaft durch Toleranz und Offenheit – die rein männliche Lesart des Korans, so die Kritikerinnen, habe sich erst im Laufe der Geschichte durchgesetzt.
»Zurück in die Zukunft« würde also gut als Motto für die gläubigen Frauenrechtlerinnen passen. Inzwischen hat sich die Szene organisiert: Zweimal schon gab es in Barcelona einen internationalen Kongress zum islamischen Feminismus. Eine der wichtigsten Sprecherinnen ist Asra Nomani. Die renommierte Autorin und Journalistin schreibt in der »Washington Post«: »Nicht der Islam verlangt von den Frauen, dass sie ein Kopftuch tragen, sondern die Gelehrten!« Die islamische Welt werde von einem »Männerclub« dominiert, der schon viel zu lange das Sagen hat – in den Moscheen, in der Politik, ja sogar in den Schlafzimmern.
»Es wird Zeit«, sagt auch der iranischstämmige Religionshistoriker Reza Aslan. »Zu Lebzeiten des Propheten existierte die Vorstellung einer Trennlinie zwischen Männern und Frauen überhaupt nicht!«
Verlangt der Koran das Kopftuch?
Die Kopftuch-Befürworter nehmen Bezug auf die Koransure 24, Vers 31: »Und sprich zu den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham bewahren, ihren Schmuck nicht offen zeigen, mit Ausnahme dessen, was sonst sichtbar ist. Sie sollen ihren Schleier auf den Kleiderausschnitt schlagen und den durch Kleider verborgenen Schmuck an den Beinen nicht offen zeigen …«
»Schmuck« wird auch mit »Reize« übersetzt und »Kleiderausschnitt« mit »Busen«! Entscheidend aber ist: Der »Schleier« (Kopftuch) wird im Kontext dieser Sure als obligatorisch interpretiert.
























