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Psychologie & Gesundheit
Was ist am jüdischen Witz so besonders?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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„Der Witz ist die letzte Waffe des Wehrlosen.“ Mit diesen Worten erklärte der österreichische Psychoanalytiker Sigmund Freud (1856 – 1939) das Wunder des jüdischen Witzes.
Freud, selbst Jude, sah im Humor einen wichtigen Halt für das jüdische Volk in seinem endlosen Daseinskampf. Jahrhundertelang waren Juden als Minderheit verfolgt worden. Auch wenn Scherze an ihrer immer wieder auswegslosen Situation nichts ändern konnten, so schufen sie doch emotionalen Abstand zu quälenden Ängsten, sogar in der Nazizeit.
Ein Beispiel dafür ist der Witz, den der jüdische Schriftsteller Manès Sperber (1905 – 1984) aufgreift: „In einem jüdischen Dorf im Osten geschehen grässliche Erschießungen durch die Nazis. Einer kommt ins Nachbardorf und berichtet. Man fragt ihn: ,Und was habt ihr da gemacht?‘ Er antwortet: ,Beim letzten Mal haben wir nicht nur 75 Psalmen gebetet, sondern alle 150. Und wir haben gefastet wie am Versöhnungstag.‘ Richtig‘, gibt man ihm zur Antwort, ,man darf sich nicht alles gefallen lassen, man muss sich wehren‘.“
Auch wenn solche Scherze eine Pointe haben, lässt ihr scheinbarer Fatalismus doch jedes Lachen im Hals stecken bleiben. Der deutsche Staatsrechtler Carlo Schmid (1896 – 1979) beschrieb den
jüdischen Witz deshalb treffend als „heitere Trauer über die Gegensätze dieser Welt“.
Natürlich behandelt diese Art des Humors traditionell nicht nur Gewalt und Schrecken. Auch die komplexen Gebote der jüdischen Religion werden aufs Korn genommen, da sie mit der menschlichen Wirklichkeit nicht immer in Einklang gebracht
werden können.
Ein Beispiel für einen solchen Witz:
Moses kommt vom Berg Sinai herab, um den Israeliten Gottes Botschaft zu verkünden: „Also Leute, es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute Nachricht ist: Ich habe ihn auf zehn heruntergehandelt. Die schlechte Nachricht: Ehebruch ist immer noch dabei.“

























