Diese Seite bookmarken:

Diese Seite bookmarken

Caesars Tod

Was geschah an den Iden des März?

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
Hier geht's zum aktuellen Heft »

Caesar hat den Bürgerkrieg gewonnen, und die alte Adelsrepublik ist am Ende. Doch nicht alle Feinde des »Diktators auf Lebenszeit« sind im Kampf gefallen. Im Verborgenen planen einige Senatoren ein Attentat auf Caesar. Sie wollen die Senatsherrschaft wiederherstellen und das Rad der Zeit zurückdrehen. Wie die Verschwörer ihren Mordplan in die Tat umsetzen, erfahren Sie auf den folgenden Seiten.

Caesar war Zeit seines Lebens ein Mann voller Tatendrang gewesen. Im Jahre 45 v. Chr., da er seine Herrschaft über Rom als gesichert ansehen konnte, dachte er aber keineswegs daran, sein Leben ruhiger anzugehen. Schon begann er, einen neuen Feldzug zu planen. Im Osten stellten die Parther, ein asiatisches Reitervolk, das schon Persien in Besitz genommen hatte, eine ständige Gefahr für Rom dar. Dieser Herausforderung wollte Caesar sich nun stellen. Der große Zug Alexanders des Großen nach Asien nahezu 300 Jahre zuvor mag ihm dabei in Erinnerung gekommen sein. Er konnte nicht ahnen, dass dieses Vorhaben seinen Tod beschleunigen sollte.

45–44 v. Chr.: Auf dem Höhepunkt der Macht
Seit Beginn des Bürgerkrieges hatte Caesar Schritt für Schritt praktisch alle Machtpositionen des römischen Staates eingenommen. Insgesamt war er fünfmal Konsul, die Diktatur war ihm sukzessive zugefallen, zunächst für zehn Jahre. Er wurde für drei Jahre Praefectus Moribus, das heißt Aufseher über die Sitten mit der Kompetenz, auch in das Privatleben einzugreifen (ein Amt, das es bislang noch nicht gab) sowie Oberbefehlshaber aller Truppen. Das gab ihm auch das Recht, alle Kommandostellen nach seinen Wünschen zu besetzen. Und er hatte die Verfügungsgewalt über die öffentlichen Finanzen, die bisher Senatsangelegenheit gewesen war. Auch konnte er die Wahltermine bestimmen.

Mit den Ämtern häuften sich die Ehrungen. Beispielsweise wurde Caesar die Sacrosanctitas verliehen, die Unverletzlichkeit der Volkstribunen. Überall in Rom wurden Caesar-Statuen aufgestellt. Er war Oberpriester und bewohnte auf Staatskosten die Domus Publica, ein Haus auf dem Forum mit einem Giebel, wie ihn Königspaläste und Tempel hatten. Und der Imperator-Titel, der normalerweise nach dem Triumph eines siegreichen Feldherrn erlosch, wurde ihm als erblicher Vorname verliehen. Praktisch regierte Caesar den römischen Staat wie ein Monarch, von der Republik war so gut wie nichts mehr geblieben. Nur der Titel eines Königs fehlte noch.
Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 1.5 (2 Bewertungen)
Autor/in: Leo Sillner


Mehr zum Thema:

Einsortiert unter:

Augustus  /  Caesar  /  Kleopatra  /  Marcus Antonius  /  Pompeius  /  Rom  /  Senat