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Wissenschaft & Technik
Was bedeuten die Symbole der Weltreligionen?
Kreuz, Halbmond, Davidstern - jede der großen Weltreligionen hat ein Zeichen, das den jeweiligen Glauben symbolisiert. Woher stammen sie und wie sind sie entstanden?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Das ursprüngliche Symbol des frühen Christentums war nicht das Kreuz, sondern das Christusmonogramm XP. Schon bald wurde es aber vom Kreuz verdrängt, unter anderem als im 3. Jahrhundert das Bekreuzigen üblich wurde.
Die wichtigste Bedeutung des christlichen Kreuzes ist wohl jedem klar: Christus ist daran für uns gestorben. Die zweite Bedeutung kennen nur wenige: Das Kreuz symbolisiert die Verbundenheit des Menschen mit der Erde und den Mitmenschen (waagerechte Achse) sowie die Verbundenheit mit dem Göttlichen (senkrechte Achse). Wegen dieser mystischen Bedeutung war das Kreuzessymbol früher auch bei vielen anderen Religionen beliebt.
Die Mondsichel („Halbmond“ ist eigentlich eine falsche Bezeichnung) war das Symbol der Stadt Konstantinopel. Die Moslems hatten zunächst kein eigenes Symbol; die Flaggen ihrer Armeen waren einfarbig (schwarz, grün oder weiß), ohne jegliche Schriftzeichen.
Dann aber sah Osman I., der Gründer des osmanischen Reiches, im Traum eine Mondsichel, die sich über die gesamte Erde spannte. Die Sichel wurde das Zeichen seiner Dynastie und allmählich zu einem Symbol des Islam. Präziser: zum Zeichen der Sunniten; die Schiiten – die zweite große Gruppe der Muslime – hat kein eigenes Zeichen.
Der Davidstern war einst ein Talisman, der gleichermaßen von Muslimen, Christen und Juden gegen Dämonen und Feuergefahr verwendet wurde. Erst um das 14. Jahrhundert verbanden jüdische Mystiker den Stern mit der Macht Gottes; auf einem Schild soll er einst König David geschützt haben.
Im 16. Jahrhundert schmückten Prager Juden ihre Flaggen mit dem „Davidstern“. Im 17. Jahrhundert trennte in Wien ein Grenzstein das christliche Viertel (durch ein Kreuz) vom jüdischen Viertel (durch den Stern). Unter dem Terror der Nationalsozialisten mussten Juden den Stern sichtbar tragen. Heute ziert der Davidstern die Fahne Israels.
Mit 900 Millionen Gläubigen stellt der Hinduismus die drittgrößte Weltreligion dar. Er kennt viele heilige Zeichen (wie das Zeichen für OM oder die Swastika), aber kein für alle verbindliches Symbol. Ein möglicher Grund dafür: Der Hinduismus ist nicht monotheistisch, es gibt zahllose große und kleine Gottheiten, die alle ihre eigenen Darstellungsformen haben.

























