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Wissenschaft & Technik
Warum werden Schildkröten so alt?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Die Riesenschildkröten auf den Seyschellen haben ein einfaches Rezept für ein langes Leben. Es heißt: Stress Dich nicht!
Sie faszinieren uns mit ihrer unendlichen Ruhe, ihrem runzelig-rätselhaften Kopf, der aus dem Panzer herausschaut – und weil sie so sagenhaft alt werden können. Als Rekordhalterin gilt eine Galapagos-Riesenschildkröte aus einem indischen Zoo: Adwaita wurde 255 Jahre alt! Damit übertrifft sie deutlich die Schildkröte Harriet, die 2006 im Alter von 176 Jahren verstarb und die vermutlich Charles Darwin persönlich von den Galapagosinseln nach Europa mitgebracht hatte.
Weil die Reptilien uns ihr Altersgeheimnis schlecht verraten können, sind wir auf eine Reihe von Vermutungen angewiesen. Viel Bewegung und Sport, der oberste Ratschlag der Humanmediziner, greift bei Schildkröten schon mal nicht. Eher im Gegenteil – in der Ruhe liegt die Kraft: Weil die Vegetarier nicht jagen müssen, können sie sich in aller Seelenruhe von Grünzeug zu Grünzeug bewegen.
Außerdem brauchen sie nicht so viel zum Leben wie Säugetiere, weil Reptilien ihre Körperwärme nicht selbst erzeugen müssen. Sie sind wechselwarm, das heißt: Sie passen sich der Außentemperatur an, fahren den Stoffwechsel bei Bedarf herunter und leben dank dieser Sparsamkeit deutlich länger. Außerdem: Bei Gefahr müssen Schildkröten nicht wegrennen, sie ziehen sich in ihren Panzer zurück und warten ab, bis es dem Angreifer langweilig wird.
Ernsthafte Feinde außer dem Menschen haben erwachsene Landschildkröten somit nicht. Forscher der Uni Mainz haben zudem 13 bei Riesenschildkröten besonders stabil aufgebaute Gene ausgemacht, die mit der langen Lebenserwartung in Zusammenhang stehen könnten.
Fragt Tanja Glas, E-Mail

























