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Psychologie & Gesundheit
Warum werden immer mehr Menschen kurzsichtig?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Der Student mit der dicken Brille: Viel deutet darauf hin, dass das mehr ist als nur ein Klischee. Die wichtigste Kulturtechnik, das Lesen, ist höchstwahrscheinlich die Hauptursache dafür, dass es immer mehr Brillenträger gibt. Zwar spielt auch die Genetik eine Rolle. Es sieht aber ganz danach aus, als spielten die Lebensgewohnheiten die weitaus wichtigere Rolle. Nicht umsonst ist Kurzsichtigkeit unter Naturvölkern ein nahezu unbekanntes Phänomen, während in den Industriestaaten jeder dritte bzw. jeder zweite Student eine Sehhilfe benötigt. Besonders auffällig ist die Lage in Fernost: Hier beginnt das Lesenlernen schon im zarten Alter von drei und vier Jahren, mit der mutmaßlichen Folge, dass bis zu 90 Prozent der gebildeten Großstädter unter Myopie (so der medizinisch korrekte Begriff) leiden. Der Zusammenhang zwischen Naharbeiten wie Lesen und Kurzsichtigkeit erklärt sich wie folgt: Beim Nah-Fokussieren spannt man den Ringmuskel im Auge an. "Wird während der Naharbeit in die Ferne geschaut, fällt das Bild scheinbar hinter die Netzhaut", erklärt Augenarzt Michael Schittkowski von der Uniklinik in Göttingen.
Dadurch werden Wachstumsimpulse ausgelöst - der Augapfel wächst in die Länge. Der verlängerte Augapfel aber ist die physiologische Ursache von Kurzsichtigkeit. Doch nicht nur mangelnder Weitblick, auch die Dauerbeleuchtung in den Städten wird als Ursache für den wachsenden Brillen-Bedarf gehandelt. Der Augapfel wächst nämlich in Abhängigkeit vom Schlaf-Wach-Rhythmus - tagsüber legt er zu, nachts schrumpft er wieder ein bisschen. Das Schrumpfen kommt bei kurzsichtigen Kindern offensichtlich zu kurz - möglicherweise wegen der allgegenwärtigen Lichtquellen in der Stadt. Die Augenärzte allerdings sind mit diesen Theorien, so plausibel sie auch klingen, noch nicht ganz zufrieden. Nach der endgültigen Erklärung wird noch geforscht.
P.M. Fragen & Antworten 07/2011

























