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Geschichte & Politik
Warum streut man sich »Asche aufs Haupt«?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Memento homo, quia pulvis es – gedenke Mensch, dass du Staub bist. Das hören Millionen von Christen, wenn sie am Aschermittwoch ein Kreuz aus Asche auf die Stirn gezeichnet bekommen.
Über 1000 Jahre alt ist dieser Brauch, der den Beginn der Fastenzeit markiert. Doch „Asche aufs Haupt“ streut sich die Menschheit schon viel länger – meist als Zeichen der Trauer, Reue oder Reinigung.
„Reinigung“ kann dabei auch ganz wörtlich genommen werden, denn Asche ist ein prima Waschzusatz. Zusammen mit Wasser bildet Asche eine Lauge, die in zahlreichen Kulturen über viele Jahrhunderte zur Schmutzbekämpfung eingesetzt wurde.
Der Übergang zwischen praktischer und religiöser Anwendung war dabei lange Zeit fließend. So wird in der Bibel von einem Reinigungswasser aus Asche berichtet. Mit dem sollten sich all jene Israeliten reinigen, die mit Toten in Berührung gekommen und deshalb „unrein“ waren.
Wer sich aber direkt Asche aufs Haupt streute, machte damit in biblischer Zeit vor allem den eigenen Kummer öffentlich und klagte über erlittenes oder drohendes Unheil. Der leidgeprüfte Hiob oder der König von Ninive setzten sich sogar ganz in die Asche. Mit dem Christentum wurde die Asche dann mehr und mehr mit Buße und Reue in Zusammenhang gebracht. Im modernen Sprachgebrauch will einer, der sich „Asche aufs Haupt streut“, mit ironischer Distanz kundtun: Es tut mir leid!

























