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Natur & Reise
Warum singen Siamangs so laut?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Siamangs, die Affen mit den langen Armen, sind sehr treu – am liebsten singen sie im Duett.
Siamangs, eine Primatenart aus der Familie der Gibbons, sind als begabteste Sänger unter den Säugetieren bekannt. Die schwarzen Affen, die auf der Malaiischen Halbinsel und auf Sumatra leben, singen morgens, sie singen mittags und sie singen abends. Mal solo, am besten aber im Duett. Und sie singen laut.
So laut, dass Zoowärter immer ein paar Ohrenschützer dabei haben. Bis zu hundert Dezibel soll ihr Gesang erreichen – in Diskotheken sind nur max. 93 erlaubt. Mit dieser Lautstärke könnten sie sogar einen Presslufthammer übertönen. Auf diese Weise sind sie selbst im dichten Urwald gut zwei Kilometer weit zu hören.
Ihr Geheimnis ist ein Kehlkopfsack, ein Resonanzkörper, der den Schall verstärkt. Wenn ein Siamang zum Singen ansetzt, füllt sich sein Kehlsack mit Luft und schwillt bis auf Fußballgröße an. Und dann kann es losgehen. Im Wesentlichen benutzen die Affen zwei Tonarten: Belllaute, dass sind die lauten akustischen Schläge, die an den Trommelfellen zerren. Und zum anderen Heullaute, die wie ein tiefes Brummen klingen.
Die Heullaute scheinen zunächst wenig beeindruckend, doch sie werden weit durch den Dschungel getragen. Die Belllaute werden von den Blättern nach nur wenigen Metern verschluckt. Und was soll das Geschrei? Die Affen singen, um Werbung zu machen. Gute Sänger signalisieren: Ich bin ein potenter Partner.
Außerdem machen sie ihren Nachbarn deutlich: Halt, dieses Revier ist besetzt. Je imposanter der Gesang, desto besser die Abschreckung. Am besten funktioniert die Verteidigung im Duett, allerdings braucht ein Siamang-Paar mindestens zwei Monate, bis der Gesang perfekt harmoniert. Wen wundert´s da, dass Siamangs besonders treu sind.

























