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Inquisition

Warum musste Bruno sterben?

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Ketzer oder Märtyrer – am 17. Februar 1600 wurde der Ex-Dominikanermönch in Rom auf dem Scheiterhaufen hingerichtet.

Am frühen Morgen des 17. Februar 1600 strömte eine aufgebrachte Menschenmasse auf den Campo de’ Fiori, den traditionellen Hinrichtungsplatz in Rom. Viel einfaches Volk, aber auch dutzende Kardinäle in ihren purpurnen Gewändern warteten gebannt auf ein grausiges Schauspiel. Schließlich wurde der zum Tode Verurteilte auf den Platz geführt, begleitet von einer Gruppe von Mönchen, deren Orden den passenden Namen »Bruderschaft von Sankt Johannes dem Enthaupteten« trug. Auch jetzt noch redeten sie unablässig auf den Sünder ein, er möge sich doch zur Umkehr bekennen und Buße tun.

Doch Giordano Bruno, der todgeweihte Philosoph und Ex-Dominikanermönch, hatte nichts mehr zu bereuen. Unter den Blicken der Schaulustigen und begleitet von den Gesängen der anwesenden Geistlichen wurde er entkleidet, geknebelt und an einen Pfahl gebunden. Man hielt ihm ein Kreuz vor den Mund, das er als letzten Reueakt hätte küssen sollen, doch Bruno wandte sich, wie ein Augenzeuge berichtete, »mit verachtender Miene« ab. Als der Holzstoß entzündet wurde, mischte sich das Knacken der Scheite unter den frommen Gesang der umstehenden Ordensmänner. Es war etwa 7 Uhr, und über der ewigen Stadt ging die Sonne auf. Niemand weiß, ob Giordano Bruno sie noch ein letztes Mal erblickte, bevor ihn die Flammen erreichten.

Der an jenem Morgen bei lebendigem Leib verbrannt wurde, war von der Römischen Inquisition zum Tode verurteilt worden. Sie hatte ihn beschuldigt, gegen die überlieferte Kirchenlehre gelästert und ketzerische Thesen über die Gestalt des Universums verbreitet zu haben. Und das hatte er auch tatsächlich getan.
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