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Kultur & Gesellschaft
Warum macht Museum müde?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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In Museen und Galerien herrscht andächtige Stille, nichts soll die Konzentration auf die Bilder stören. Trotzdem halten nur wenige Besucher lange durch.
Spazieren gehen oder wandern können wir in der Regel stundenlang – doch wenn wir Museen oder Ausstellungen besuchen, sind wir schon nach viel kürzerer Zeit erschöpft (bei Männern gilt das auch in Kaufhäusern). Rücken und Füße schmerzen, die Konzentration lässt nach. Weil wir Kulturmuffel sind? Oder weil etwa die Ausstellung didaktisch nicht gut aufbereitet ist?
Eigentlich müssten das Schlendern von Bild zu Bild und das kontemplative Betrachten der Exponate doch viel weniger anstrengen als eine Wanderung, bei der man vier bis fünf Kilometer pro Stunde zurücklegt.
Doch das ist ein Trugschluss. Denn der Energieverbrauch steigt, sobald wir den Bereich unserer bevorzugten Geschwindigkeiten und Bewegungsrhythmen verlassen. Das Stehen ist sogar besonders anstrengend, denn dafür ist der Mensch einfach nicht gebaut. Die Muskeln haben nicht genug Kraft, um die Position auf Dauer stabil zu halten. Wir verfallen in die anstrengende und mit der Zeit auch schmerzhafte Hohlkreuz-und Rundrückenhaltung.
Außerdem verändern sich beim Stehen die Blutdruckverhältnisse im Körper. Beim Wandern ziehen sich die Beinmuskeln zusammen, drücken dabei die Blutgefäße zusammen und helfen als »Muskelpumpe«, das Blut aus den Beinen zurück zum Herzen zu transportieren. Wenn wir jedoch viel stehen bleiben, sammelt sich das Blut in den Beinen, und das Gehirn bekommt weniger Sauerstoff ab. Folge: Wir werden müde. Und das, wo unser Kopf beim Ausstellungsbesuch doch besonders gefordert ist, viele Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten!

























