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Kultur & Gesellschaft

Warum lesen Frauen überwiegend Bücher, Männer hingegen Zeitung?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Warum lesen Frauen überwiegend Bücher, Männer hingegen Zeitung?Warum lesen Frauen überwiegend Bücher, Männer hingegen Zeitung?
iStockphoto

Literatur als ein rettendes poetisches Geländer im prosaischen Alltag. Laut einer Umfrage finden Frauen Bücher lesen entspannender als Sex. Die Vorlieben und Bedürfnisse von Männern und Frauen bei der Wahl ihrer Lektüre unterscheiden sich grundlegend.

Spannende Geschichten abends im Bett oder informative Lektüre am Frühstückstisch? Beim Lesen scheiden sich die Gemüter der Geschlechter. Nicht nur, weil Frauen grundsätzlich deutlich mehr lesen. Ohne weibliche Käufer könnten viele Buchhandlungen und Kioske den Laden dichtmachen, die Frauen beherrschen nach diversen Erhebungen zwei Drittel des Käufermarktes.

Was den Unterschied im Leseverhalten ausmacht? Erstens: Die meisten Männer lesen, wenn überhaupt, Sachbücher, Historie oder Biografien (keine Romane). Zweitens: Sie lesen mehr Zeitung; fast zweimal sooft wie Frauen greifen sie zu überregionalen Blättern wie der »Frankfurter Allgemeinen« oder der »Süddeutschen«. Dem unterschiedlichen Leseverhalten ging die TV-Literatursendung »Lesen!« mit Elke Heidenreich auf den Grund – Ergebnis: Zwei Drittel der Frauen suchen Entspannung und Unterhaltung beim Lesen, nur ein Drittel will sich informieren.

Bei den Männern ist das Verhältnis genau umgekehrt: Rund zwei Drittel wollen reine Information beim Lesen, ein Drittel möchte sich unterhalten. »Wenn wir weit zurückgehen, waren immer Frauen die Erzählerinnen. Frauen denken sich für ihre Kinder Geschichten aus oder lesen ihnen vor. Frauen schreiben Tagebuch und Briefe, und Frauen sind begierig, die Geschichten anderer Menschen zu erfahren. Sie sind wohl auch mit mehr Fantasie ausgestattet«, sagt Elke Heidenreich zu diesem Phänomen.

Und die Psychologin und Ratgeber-Autorin Eva Wlodarek meint: »Frauen interessieren sich mehr für das große Ganze, für Zusammenhänge, für Themen wie Liebe, Macht und Beziehungen.« Aber das Rollenverhalten bröckelt. Die letzten Trends besagen: Immer mehr Frauen kaufen Sachbücher, immer mehr Männer lesen – Zeitschriften.

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