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Psychologie & Gesundheit

Warum legen Menschen Feuer?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Warum legen Menschen Feuer?Warum legen Menschen Feuer?
iStockphoto

Den meisten Menschen ist eine elementare Freude am Feuer eigen, die aber eher zu Hause am Kamin oder vorm Lagerfeuer ausgelebt wird.

Für diejenigen, die davon nicht genug bekommen können, prägte Sigmund Freud (1856–1939) einst den Begriff der „Pyrolagnie“: Geschlechtserregung beim Anblick des Feuers. Der Vater der Psychoanalytik weiter: „Das Sexualerlebnis zieht der Pyromane hauptsächlich aus dem Verzicht auf die homo-sexuelle Lust, das von ihm entzündete Feuer durch seinen Harnstrahl zu löschen.“

Erich Haas, bekannt als Deutschlands betriebsamster Pyromane der Nachkriegszeit, befand sich, wie er es selbst beschrieb, in einem Machtrausch, wenn er das Feuer züngeln sah. Psychologen vermuten, es komme zu einer Katharsis (seelische Reinigung): Der Betroffene gehe eine Symbiose mit dem Feuer ein, lässt seinen gesamten seelischen Ballast in den Flammen aufgehen.

Pyromanie zählt neben dem Amoklauf zu den folgenschwersten Taten, und doch hat seine Erforschung kaum Fortschritte gemacht. Was man aufgrund einer neuen Studie lediglich weiß: 22 Prozent der Täter erlitten frühkindliche Hirnschäden, 53 Prozent haben schon mindestens einen Selbstmordversuch hinter sich, 30 Prozent sind Alkoholiker, 54 Prozent wegen anderer Delikte vorbestraft. Und 44 Prozent mussten während der ersten sechs Lebensjahre ganz oder teilweise auf den Vater verzichten.

Bei allen liegt laut Studie eine erhebliche „Störung der Impulskontrolle“ vor sowie die „mangelnde Fähigkeit, psychosoziale Krisensituationen adäquat zu lösen“. Häufig genügen Neid- oder Hassgefühle, um Pyromanen zuschlagen zu lassen. In der Hälfte der Fälle fackeln sie die eigene Bude ab – oder die jener Person, mit der sie sich im Konflikt befinden.

Noch etwas weiß man: In harten Zeiten wird mehr Feuer gelegt, Brandstiftung ist ein wirtschaftlicher Indikator: Je mehr Firmen oder Betriebe pleite gehen, desto größer die Wahrscheinlichkeit vorsätzlicher Zündelei.

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