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Psychologie & Gesundheit
Warum lachen wir beim Kitzeln?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Um ohne Worte zu sagen: "Ich liebe Dich!", dafür ist das Kitzeln eine gute Methode. Allerdings nur, so lange der Gekitzelte es mag.
Mit dem Kitzeln ist es wie mit vielen anderen Dingen im Leben: Es kommt immer darauf an, wer es macht und nicht nur darauf, was gemacht wird. Beispiel: Das Kleinkind in seinem Bettchen beginnt bereits vor Freude zu glucksen, wenn sich die Mutter zu ihm herunterbeugt, um es an den Hüften zu berühren. Wenn ein Fremder dasselbe macht, schreit das Kind und versucht sich wegzudrehen. Denn es geht beim Kitzeln nicht in erster Linie um die körperliche Empfindung, sondern um den sozialen Kontakt, der damit verbunden ist. Kitzeln und gekitzelt werden ist Ausdruck von gegenseitiger Sympathie.
Aber warum wird dabei gelacht? Rein körperlich ist die Wahrnehmung des Kitzelns eher unangenehm, die Mimik von Gekitzelten gleicht der von Menschen, die Schmerzen haben. Nicht umsonst war von der Antike bis ins Mittelalter Kitzeln eine gängige Foltermethode, die sogar als Todesstrafe angewendet wurde. Kitzelforscher der University of California in San Diego (USA) haben die Frage jetzt beantwortet: Mit dem Lachen signalisiert der Gekitzelte dem Kitzelnden, weiterzumachen. Denn das Kitzeln findet meist in einem spaßigen Zusammenhang statt und steigert die ausgelassene Stimmung, das Lachen verstärkt die positive emotionale Bindung zwischen den Beteiligten. Erotisches Kitzeln kann sogar, wenn es sensibel gemacht wird, bis zum Orgasmus führen.
Die Wissenschaftler unterscheiden zwischen »Knismesis« (leichtes Berühren der Haut), auf das mit unkontrolliertem Zucken reagiert wird, und »Gargalesis« (heftiges Durchkitzeln des Körpers), auf das mit Kreischen und wildem Um-Sich-Schlagen reagiert wird. Selbst Letzteres kann als angenehm empfunden werden. Auch eine Lachkonditionierung ist möglich: In ihren Versuchen stellten die Forscher fest, dass bestimmte Wörter, die dem Gekitzelten während des Experiments gesagt wurde, ihn auch später noch zu unkontrollierten Lachattacken brachten.
Lange rätselten die Wissenschaftler, warum wir uns nicht selber kitzeln können. Britische Forscher haben das jetzt herausgefunden: »Das Cerebellum, das Kleinhirn, sagt die spezifischen sensorischen Konsequenzen einer Bewegung vorher«, erklärt Dr. Sarah Blakemore. Das Gehirn verrät die bevorstehende Bewegung unserer Hand an die Körperpartie, die gleich gekitzelt wird – der Überraschungseffekt ist dahin, der die Voraussetzung für das Funktionieren darstellt. Die einzigen Menschen, die sich selbst durch Kitzeln zum Lachen bringen können, sind Schizophrene. Warum das so ist, wissen die Forscher noch nicht.

























