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Psychologie & Gesundheit

Warum kommen Grippewellen meistens aus Asien?

Warum kommen Grippewellen meistens aus Asien?Warum kommen Grippewellen meistens aus Asien?
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Grippewellen gibt es nicht erst seit dem 20. Jahrhundert. »In ganz Europa wütet eine neue Art Pest, mit Husten und Kopfschmerz, was sich bei manchen zu Gehirnent-zündung steigert«, schrieb Erasmus von Rotterdam im Jahre 1518. Die schlimms-te Epidemie war die Spanische Grippe nach dem 1. Weltkrieg, die 20 bis 50 Millionen Menschen das Leben kostete. 15000 Menschen starben in Deutschland an den Folgen der Grippewelle von 1998/99. Die hohe Mortalität hat seine Ursache darin, dass sich das Virus extrem schnell vermehrt – nach Befall der oberen Atemwege werden alle sechs Stunden ca. 1500 neue Tochterviren gebildet. Was die Grippeviren so widerstandsfähig macht, liegt in ihrer Fähigkeit begründet, ihre genetische Struktur schnell verändern zu können. Das hat zur Folge, dass Antikörper immer nur für eine Saison wirksam sind und ein anhaltender Schutz durch Impfungen nicht möglich ist. So unterschiedlich die Erreger auch sein mögen, eines haben sie gemeinsam: Die meisten Grippe-Pandemien, wie die verheerende Asiatische Grippe von 1957 und die Honkong-Grippe von 1968, gingen von Ostasien aus. Der Grund: Nur hier leben Millionen Menschen und Tiere auf engstem Raum zusammen. Chinesische Bauern leben mit ihren Enten, Gänsen und Schweinen oftmals noch unter einem Dach. Und Wassergeflügel ist das tierische Reservoir für Influenza-A-Viren. Die große Nähe von Mensch und Tier sorgt dafür, dass immer wieder völlig neue Subtypen des Influenza-A-Virus entstehen, die sich – gefördert durch Flugreisen – in Windeseile über die ganze Welt verbreiten können. Entweder steckt sich der Mensch trotz der Artenbarriere direkt beim Wassergeflügel an, wie im Fall der Hongkong-Grippe von 1997, oder die Infektion erfolgt über Schweine, die für Vogel- und menschliche Viren gleichermaßen empfänglich sind.

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