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Geschichte & Politik
Warum ist Prag die »Goldene Stadt«?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Wenn Prag im Glanz der Sonne erstrahlt, schimmern die Fassaden tatsächlich wie Gold. Die »goldige« Bezeichnung für die Stadt an der Moldau reicht weit in die Geschichte zurück.
Die tschechische Metropole wird zu den schönsten Städten der Welt gerechnet und hat im Lauf ihrer langen Geschichte schon viele Namen bekommen. Der früheste stammt aus dem 10. Jahrhundert: Steinerne Stadt – damals, in einer Zeit, da Häuser noch meist aus Holz gebaut wurden, eine Anspielung auf den Reichtum Prags. „Herrin von ganz Böhmen“, „Mutter aller Städte“ oder „Die Stadt der hundert Türme“ waren weitere Bezeichnungen für die Stadt an der Moldau.
Doch am bekanntesten wurde der Name: „Goldenes Prag“ oder „Goldene Stadt“. Dabei denkt man unwillkürlich an Dutzende vergoldeter Turmspitzen, die in der Sonne funkeln. Doch der Name hat einen anderen Ursprung, er geht zurück auf Karl IV. (1316 – 1378), einen der mächtigsten Herrscher des Mittelalters. Der römisch-deutsche Kaiser, König von Böhmen und Burgund, liebte Prag, die Stadt, in der er geboren wurde und am liebsten residierte.
Er wollte aus ihr, mit seinen eigenen Worten, eine „Goldene Stadt“ machen – also eine wahrhaft fürstliche Metropole. Und das ist ihm gelungen: Unter seiner Herrschaft wurde Prag zum politischen und kulturellen Zentrum Mitteleuropas, eine Position, die der Stadt für Jahrhunderte blieb. Karl IV. gründete die Karls-Universität, ließ den St. Veits Dom bauen und vor allem die berühmte Karlsbrücke über die Moldau, bis heute ein Wahrzeichen Prags.
Übrigens: Das bei Touristen heute so beliebte Goldene Gässchen auf der Prager Burg hat seinen Namen nicht vom Kaiser. Einer Legende zufolge sollen hier einst „Hexenküchen“ gestanden haben, in denen mittelalterliche Alchimisten versuchten Gold zu machen.

























