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Trend & Style

Warum immer wieder Hippiemode?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Warum immer wieder Hippiemode?Warum immer wieder Hippiemode?
iStockphoto

»Diesen Sommer wird die Hippiemode allgegenwärtig sein, pünktlich zum Jubiläum der farbenfrohen 68er- Generation“, freut sich die WELT – und hat teilweise recht: Auf der Mailänder Modemesse setzten die Designer zum x-ten Mal auf die Insignien der Flower-Power-People,

Gucci ließ seine Models in Fransen-Jacken, Zottelmänteln und Blumenkleidern über die Laufstege hüpfen. Allerdings: Der Ursprung der Hippiebewegung wird eigentlich auf 1966 datiert, als die ersten Flower-Power-Studenten der Berkeley-Universität den Soldaten der Nationalgarde, die ihre Protestdemos gegen den Vietnamkrieg auflösen sollten, Blumen in die Gewehrläufe steckten – die Geburtsstunde der Blumenkinder und ihrer modischen Insignien.

Das Ende einer Jugendbewegung ist in der Regel spätestens dann erkennbar, wenn ihre Accessoirs in Boutiquen erhältlich sind. Und das war schon 1970 der Fall. Aber immerhin: Die Hippiebewegung, die ihren Höhepunkt im Woodstockfestival von 15. bis 17. August 1969 auf dem Acker des Landwirts Max Yasgur bei Bethel im Staat New York fand, hat in kurzer Zeit extrem viel bewegt: Ursprünglich eine Anti-Vietnamkriegsbewegung mit der Hauptstadt San Fransisco, hat sie weltweit die Frauenbewegung, die sexuelle Befreiung (auch der Homo-sexuellen), die Friedensbewegung, die Ökobewegung, die Anti-Atomkraftbewegung, neue Erziehungsmethoden (antiautoritär) und Wohnstile (Wohngemeinschaft) angeregt oder direkt hervorgebracht.

Die antibürgerliche Grundhaltung der Hippies manifestierte sich in selbst gehäkelten Pullis, pfundweisem Schmuck, Blumen im Haar, Sandalen und vor allem: Keinen BH’s! Die bunte bis schrille Bekleidung war stark ethnisch orientiert – auch als Ausdruck der Solidarität mit unterdrückten Völkern dieser Welt: Indianer, Eskimos, Südamerikaner oder Asiaten mussten als modische Ideengeber für möglichst unkonventionelle Outfits herhalten, ohne dass sie etwas davon ahnten.

Und genau da liegt der Grund für die Regelmäßigkeit des Comebacks der Hippiemode: Die Kombination aus leichten Stoffen, unkomplizierten Schnitten und bunten Mustern erinnert an Urlaub, die Antimode ist zur idealen Freizeitbekleidung geworden, ein permanenter Gegenentwurf zur Arbeitswelt. Sie steht für Freiheit, Urlaub und good vibrations schlechthin. Und das verkauft sich bestens – vor allem im Sommer. Eine Mode mit Comeback-Garantie.

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